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Februar 2019

Die Kognitivierungsphase

Sie dient dazu, dass neue Regeln der Grammatik in den Köpfen der Lernenden ankommen.

Innerhalb der verschiedenen Phasen der Grammatikvermittlung hat die Phase der Bewusstmachung, also die Kognitivierungsphase, einen besonderen Status inne, denn sie ist hinsichtlich des Zeitpunktes ihres Einsatzes viel variabler. Grundsätzlich kann die Phase der Bewusstmachung während oder nach der Präsentationsphase oder auch am Anfang oder am Ende der Übungsphase stattfinden. Typisch ist oftmals der Fall, die Bewusstmachung an die Einführung neuer Lerninhalte zu koppeln. Sie kann aber ebenso mit der Phase der Lernstoffwiederholung verbunden werden.

Die Intention des Kursleitenden in der Phase sollte darauf abzielen, bei den Lernenden die Bewusstmachung der Strukturen, also das explizite Lernen, zu fördern. Das grundsätzliche Ziel der Kognitivierungsphase ist es, bei den Lernenden einen Aha-Effekt für ein bestimmtes grammatisches Phänomen zu erzeugen. Elementar wichtig ist dabei, dass das Erreichen dieses Ziels nicht aus sprachlichen Gründen beeinträchtigt wird.

In einigen Lehrwerken findet man verschiedene Übungstypen, die sich anbieten, um die Regelformulierung zu unterstützen. So gibt es Übungen, bei denen die Lernenden nach der Semantisierung der grammatischen Form auf gesteuerte Weise eine Regel selbst ergänzen oder formulieren sollen. Es gibt aber auch solche, bei denen die Lernenden aus vorgegebenen Regeln die passende für das behandelte Grammatikphänomen erkennen sollen.

Grundsätzlich gilt für die Phase der Bewusstmachung das Prinzip der funktionalen Regeleinführung. Das heißt die Fragen, ist die jeweilige Regeln hilfreich und ist sie in diesem Kontext notwendig, bestimmen darüber, ob die grammatische Struktur überhaupt thematisiert wird. Gut geeignete „Kandidaten“ für die Bewusstmachung sind beispielsweise sprachliche Erscheinungen, bei denen aufgrund von inter- oder intralingualen Interferenzen Lernschwierigkeiten zu erwarten sind.

Metasprache sollte bewusst und mit der Prämisse „weniger ist mehr“ eingesetzt werden. Sie sollte immer dazu dienen, den Lernprozess zu vereinfachen und den Weg zur Erkenntnis abzukürzen, anstatt ihn zu verlängern.

Beim Nachdenken über den Zeitpunkt des Einsatzes der Kognitivierungsphase sollte letztendlich auch die Frage der ungeplanten Bewusstmachung mitbedacht werden. Im Unterrichtsverlauf gibt es immer wieder Möglichkeit der ad-hoc Kognitivierung, nämlich dann, wenn ein Teilnehmender fragt. Die Entscheidung über den Einsatz der Kognitivierungsphase steht und fällt also immer in Abhängigkeit von der Lerngruppe.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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