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September 2018

Die direkte Methode und ihre Nachfolger

Ende des 19. Jahrhunderts durchkämmte eine Reformmethode den Sprachunterricht, deren Nachfolger die audiolinguale und -visuelle Methode sind.

Die Direkte Methode ist historisch betrachtet in Abgrenzung zur Grammatik-Übersetzungs-Methode (GÜM) entstanden und zwar so ziemlich genau im Jahr 1882. Der Sprachwissenschaftler Wilhelm Viëtor kritisierte damals in seiner Streitschrift „Der Sprachunterricht muss umkehren!“ die bis dahin praktizierte Unterrichtsmethode, die er als lebensfern abstrafte.

In seinem Konzept der direkten Methoden steht im Gegensatz zur GÜM die Sprachbeherrschung im Zentrum. Die gesprochene Sprache ist das Ziel und der Weg dahin sollte dem natürlichen Spracherwerb nahekommen.

Das bedeutet für die Lernenden Hinwendung zum Sprachkönnen anstatt zum Sprachwissen. Das Mündliche hat eindeutig Vorrang vor dem Schriftlichen. Der Fremdsprachenunterricht soll sich auf reale Situationen und nicht auf künstliche Texte konzentrieren. Unterrichtet wird in der Zielsprache. Da man vom abstrakten Regelwissen weggeht hin zur Prämisse der Anwendbarkeit ist ein wesentliches Kriterium dieser Methode die Anschaulichkeit.

Wie kann man sich die direkte Methode konkret vorstellen? Im Lernprozess ist das aktive Sprechen eine wichtige Wegmarke. So werden also auch jede Menge Konversationsübungen, die auf einfachen Frage-Antwort-Mustern basieren, praktiziert. Grammatikregeln werden induktiv vermittelt. Das bedeutet, dass nicht die Lehrkraft die Regeln vorgibt, die dann stur repetiert und geübt werden, sondern dass die Lernenden selbst die grammatischen Regeln aus Beispielen ableiten.

In den 1930er-/1940er-Jahren entwickelte sich die audiolinguale und in den 1960er-Jahren schließlich die audiovisuelle Methode, denen die gleichen Prinzipen zugrunde liegen, die auch die direkte Methode ausmachen.

Bei der audiolingualen Methode wird beispielsweise in der Anfängerphase nicht gelesen und geschrieben. Die Fremdsprache wird durch Nachahmung und ständige Wiederholung erlernt. Dabei helfen Substitutionsübungen, Ergänzungsübungen, Dialoge nach vorgebeben Schemata oder Satzbildung aus Einzelelementen.

Die audiovisuelle Methode geht letztendlich noch ein Stückchen weiter. Mit der Entwicklung der visuellen Medien eröffneten sich auch neue Räume in der Fremdsprachendidaktik und die neuen Möglichkeiten der Technik flossen in die Methodik des Unterrichts ein.

Auch bei der audiovisuellen Methode ist der wesentliche Grundsatz der, dass die Sprache in reale Situationen eingebettet sein soll. Diese Methode arbeitet mit sechs Phasen. In der ersten Phase wird der Lehrstoff eingeführt, indem Dialoge präsentiert werden. In der nächsten Phase werden die Dialoge in ihre Einzelaspekte aufgegliedert. Danach wird wiederholt, daraufhin geübt und die Ergebnisse im Anschluss ausgewertet. Die letzte Phase besteht aus dem Transfer und der direkten Anwendung.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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