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September 2019

Dialoge im Sprachunterricht II

So kann man sichtbare Lerneffekte bei der Arbeit mit Dialogen erzielen.

Dialoge bestimmen unsere alltägliche Kommunikation maßgeblich und nehmen nicht von ungefähr so viel Raum im Sprachunterricht ein. Wie aber gelingt der lernzielgelenkte Einsatz und wie erleben Lernende durch die Arbeit mit Dialogen tatsächlich einen Lerneffekt und eine Leistungssteigerung?

Zuerst einmal sind die gesprochene und geschriebene Sprache so etwas wie rechter und linker Schuh, also nicht dasselbe. Lernende einer Fremdsprache müssen genau diesen Unterschied kennen. Die Lernzielvorgabe „einen Dialog schreiben“ ist also paradox. Ziel der Dialogarbeit ist immer, dass die Lernenden am Ende in der Lage sind, mündlich miteinander zu kommunizieren. Allerdings lässt sich der Weg dahin in einzelne Etappen unterteilen, innerhalb derer die schriftliche Auseinandersetzung mit Dialogen elementar ist.

Im Fremdsprachenunterricht ist der Aspekt der Textarbeit an Dialogen, also eine schriftliche Auseinandersetzung, nicht wegzudenken. Schauen wir uns doch einmal ein paar Möglichkeiten dazu an.

Praktikable Wege um z.B. Vier-Augen-Gespräche, Wechsel- und Streitgespräche oder auch Telefongespräche im Kurs zu trainieren, ist die Arbeit mit Dialogteilen, wobei dies bis zu Lückentexten runtergebrochen werden kann. Auch die Zuordnung der Dialogpartner oder das Ordnen der Redemittel für Sprachhandlungen im Dialog gehören in das Repertoire der schriftsprachlichen Auseinandersetzung mit der Textform Dialog.

Des Weiteren hat sich das Sammeln der Redemittel für Sprachhandlungen aus vorgegebenen Fragen und Antworten bewährt. Das kann aber auch das freie Sammeln ohne Vorgaben sein, wobei das Vorwissen der Lernenden aktiviert wird. Hierhin gehört auch das Ordnen von durcheinandergeratenen Dialogen und das Vervollständigen bei Unvollständigkeit.

Etwas freier sind Übungstypologien, bei denen lediglich aus einer Art Dialoggerüst eigene Dialoge erstellt werden. Eine auflockernde Variante dazu ist die Arbeit mit Dialogfragmenten, wobei die Lernenden nur den Anfang kennen und ihn nun weiterspinnen oder eventuell nur das Ende und aufgefordert sind, Vermutungen anzustellen. Man kann durchaus auch kurze Comicsequenzen, bei denen die Sprechblasen ergänzt werden müssen, einsetzen oder Standbilder in Filmen. Alles, was die Lernenden aktiviert und emotional anspricht, ist erlaubt.

Bestimmte Dialogformen, wie beispielsweise Interviews, verlangen sogar die schriftliche Vorbereitung (Gerüst für Fragen, Schema für die Antworten) sowie die gleichzeitige Niederschrift von Notizen, was unbedingt kommunikationsfördernde Elemente enthält, da die Lernenden um das Nachfragen und Rückversichern, ob die Angaben stimmen, gar nicht herum kommen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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