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Oktober 2020

Der Spezialkurs A2 – Berufsbezogene Deutschsprachförderung

Die Lernenden bei ihren Kompetenzen abholen

Im BAMF Konzept zum Spezialmodul A2 wird davon ausgegangen, dass elementare Vorkenntnisse in der deutschen Sprache ausreichen, um einen Einstieg in die berufsbezogene Deutschförderung zu meistern. Das sehen viele Kursleitende eher skeptisch. Grund genug, einmal genauer auf die Zielsetzungen des Spezialkurses A2, berufsbezogene Deutschsprachförderung, zu schauen.

Ziel des Spezialkurses A2 ist, eine elementare Sprachverwendung in arbeitsweltlichen Kontexten zu erreichen. Das bedeutet im Wesentlichen, dass die Teilnehmenden mit Hilfe gebräuchlichster Strukturen, Redewendungen und Routinen einfache kommunikativen Aufgaben im Beruf bewältigen können.

Um einen Spezialkurs A2 zu besuchen, sind Deutschkenntnisse lediglich auf dem Sprachniveau A1 nachzuweisen. Die Teilnehmenden haben also bereits einen Integrationskurs durchlaufen, aber nicht erfolgreich abgeschlossen. Teilnehmende aus Alphabetisierungs- und Zweitschriftlernerkursen sind hier inbegriffen.

Große Schwierigkeiten bestehen daher grundsätzlich in den schriftlich-kommunikativen Anforderungen. Charakteristisch für die Zielgruppe ist, dass die Teilnehmenden einfache bis gar keine Schulabschlüsse haben. Demensprechend bringen sie wenig Bildungserfahrung mit und verfügen auch in der Muttersprache über wenig oder keine bildungs- oder fachsprachlichen Kenntnisse. Es fehlt vor allem an ausgeprägter Schreibgewohnheit, was erhebliche Schwierigkeiten mit Schriftlichkeit im Allgemeinen nach sich zieht.

Vor allem für Teilnehmende, die zuvor einen Alphabetisierungs- oder Zweitschriftlernerkurs besucht haben, ist das gezielte Schreib- und Lesetraining immer noch ein wichtiges Thema. Die Lese- und Schreibfertigkeit kann also kaum zur Lernunterstützung genutzt werden, wie es in höheren Sprachlevels üblich ist. Hier ist ein methodisches Umdenken Voraussetzung für das Unterrichten im Spezialkurs A2.

Eine wichtige Ressource, die die Teilnehmenden mitbringen, ist die Praxisaffinität. Da kompetenzorientierter Unterricht die Lernenden bei ihren Stärken abholt, gilt es, den Unterricht so praxisnah und handlungsorientiert wie möglich zu gestalten. Ein weiterer Erfolg versprechender Ansatz ist die frühzeitige Kombination der Spezialkurse mit arbeitsmarktlichen Integrationsmaßnahmen. Dieser Schritt erfordert das Zusammenarbeiten verschiedener Akteure außerhalb der Bildungsträger und sollte viel öfter umgesetzt werden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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