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September 2018

Der kommunikativ-pragmatische Ansatz

In den 1970er-Jahren entwickelte sich die kommunikative oder auch kommunikativ-pragmatische Didaktik.

Die Fremdsprache wird dabei als reines Kommunikationsmittel verstanden, womit sie praktisch Ziel und Gegenstand des Unterrichts zugleich ist. Die Grammatik rutscht dabei aus dem Zentrum. Sie wird sozusagen von einer Antriebsmaschine des Fremdsprachenunterrichts auf einen Schraubenschlüssel reduziert.

Die Pragmalinguistik, eine in den 1970er-Jahren innerhalb der Linguistik entstehende Teildisziplin, zeigt in diesem Konzept recht nachhaltig ihre Spuren. Sie beschreibt Sprache nämlich als eine Form des Handelns. Wir handeln mit und in der Sprache, wobei die sprachlichen Handlungsakte gelingen können oder auch nicht.

Ein gelingender sprachlicher Handlungsakt tritt dann ein, wenn die Kommunikation funktioniert – ganz einfach gesagt, wenn klar wird, was A von B möchte. Wenn man diesen Ansatz im Hinterkopf hat, wird sehr schnell deutlich, warum die Grammatik eine veränderte Funktion innehat: vom Gegenstand des Fremdsprachunterrichts zu einem Werkzeug für sprachliches Handeln. Nicht fehlerfreie Sätze und perfekt gebildete Äußerungen sind das Ziel, sondern, dass die Teilnehmenden in kommunikativen Situationen sprachlich angemessen handeln können.

So geht es in der kommunikativ-pragmatischen Didaktik beispielsweise darum, Alltagssituation in den Kursraum zu holen. Die Teilnehmenden lernen anhand von Themen (Essen und Trinken) oder auch Sprechintentionen (Nach dem Weg fragen) und nehmen dabei verschiedene Rollen ein. Im Gegensatz zur direkten oder auch audiolingualen Methode wird hier also kein Verhalten trainiert, sondern Können.

Die Wahl der Themen hängt von den Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmenden ab. Man orientiert sich dabei an deren Lebenswelt und bietet Inhalte an, die für die Teilnehmenden bedeutsam sind.

Für den Unterricht heißt das konkret, dass die Kursleitenden zu Helfern im Lernprozess werden und dass die Teilnehmenden aktiv ihren eigenen Lernprozess gestalten, wobei sie eigene Kommunikationsstrategien entwickeln. Die Lehrmaterialien sollten flexibel gestaltet sein und Raum für vielfältige Aufgaben- und Übungsformen sowie unterschiedliche Sozialformen bieten. Die Grammatikvermittlung erfolgt rein induktiv.

Interessant ist auch, dass die Progression in der kommunikativen Didaktik nicht linear, also aufeinander aufbauend, funktionieren kann, sondern zyklisch abläuft. Dabei werden sprachliche Äußerungsmittel im Laufe des Lernprozesses wiederholt aufgegriffen, wobei der Schwierigkeitsgrad von Mal zu Mal zunimmt.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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