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{02} 2018

Das Ü und Ö der deutschen Aussprache

Mit der Aussprache tun sich viele schwer. Es ist wie bei allem – Übung macht den Meister und ein paar Tricks können nicht schaden.

Tonhöhen, Wortakzente, Vokale wie Umlaute, Plosive oder Knacklaute – all das sind zu meisternde Hürden für Deutschlernende. Am sinnvollsten ist das Aussprachetraining, wenn es regelmäßig in den Kursablauf integriert wir. 

Geübt wird durch Vor- und Nachsprechen, durch Unterstützung mit Gesten und Bewegung oder auch durch chorisches Sprechen. Viele Teilnehmende haben dabei allerdings Berührungsängste, kommen sich albern vor und murmeln, wenn überhaupt, leise vor sich hin. Diese Scheu kann man schnell nehmen, indem man mit Übertreibungen arbeitet und Komisches zulässt. 

Ebenso wesentlich wie das Nachsprechen ist die Vermittlung des Wissens, wie der Sprechapparat (Zunge, Lippen, Atmung) im Einzelnen funktioniert. Das spielt beispielsweise bei der Aussprache der Vokale und Umlaute eine Rolle. 

Grundsätzlich werden alle Vokale im Deutschen mit aktiver Beteiligung der Lippen gesprochen. Es hilft, wenn die Teilnehmenden sich ganz bewusst auf die Lippenstellung konzentrieren. Hier kommt wieder das Thema Übertreibung ins Spiel, wie die Prämisse „von Bekanntem zu Neuem“. 

Der Umlaut Ü wird an der gleichen Stelle wie der Vokal I gebildet. Das Aussprachetraining könnte mit dem lauten Sprechen von „Sie“, „Liebe“ oder „Miete“ beginnen, bei gleichzeitiger Konzentration auf Lippen- und Zungenstellung. (Die Zunge drückt beim I an die unteren Schneidezähne.) Durch das Runden der Lippen entsteht in dieser Position das Ü: „Für“, „Brüder“, „Züge“. 

Eine andere Möglichkeit ist, ein langes I zu artikulieren, die Lippen- und Zungenstellung bewusst zu machen und während des Artikulierens von I mit den Lippen ein U zu formen. Welche Methode bei den einzelnen Teilnehmenden besser funktioniert, muss man ausprobieren. 

Ähnlich ist es mit dem Umlaut Ö, der wie eine Mischung aus E und O funktioniert. Die Teilnehmenden sollten sich wieder ganz genau die Zungenstellung bei E bewusst machen. (Die Zunge wie beim I.) Während ein E gedacht und gesprochen wird, schieben sich die Lippen in die runde Öffnung für das O. 

Dieses Prozedere muss mehrmals wiederholt werden, am besten mit Wortpaaren, bis sich eine Art Automatismus einstellt. Ob die Aussprache klappt, kann man schließlich in Partnerdiktaten überprüfen lassen. 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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