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Mai 2017

Das A und O im Kurs

Fragetechniken und ihre Wirkung

Ein wesentlicher Bestandteil der DaF/DaZ-Kurse ist es, Regeln mit den Kursteilnehmern zu entwickeln sowie Feedback zu geben. Mit den richtigen Fragen kann man diese Gespräche in die gewünschte Richtung lenken, so dass sich die Teilnehmenden wahrgenommen fühlen, Sachverhalte geklärt werden und wichtige Informationen über Wünsche, Bedürfnisse und Motive ans Tageslicht gebracht werden. Dazu ist es unabdingbar Fragetechniken zu beherrschen und sich deren Wirkung bewusst zu sein.

Geschlossene Fragen sind Fragen, die vom Gesprächspartner nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Im Gespräch werden sie eingesetzt, um Details zu klären, Entscheidungen zu treffen, unstrukturierte, ausschweifende Redner zu unterbrechen, das Gespräch auf den Punkt zu bringen und Vereinbarungen festzuhalten. Der Haken an geschlossenen Fragen ist, das sich der Redeanteil ungünstig verschiebt. Auf Grund der kurzen Antworten redet der Kursleiter sehr viel mehr als die Teilnehmenden. Idealerweise sollten aber die Redeanteile ausgewogen sein.

Darüber hinaus nimmt das Gespräch eine ungünstige Wendung, wenn mehre Fragen mit „Nein“ beantwortet wurden. Es entsteht Widerstand und emotionale Abwehr gegenüber dem Fragenden. Daher gilt die Regel, das auf eine mit „Nein“ beantwortete geschlossene Frage eine offene Frage folgen muss.

Offene Fragen beginnen mit wie, wo, was, welche etc. („Welche Ideen haben Sie?“, „Wie ist Ihre Meinung dazu?“, „Was sagen Sie zu diesem Punkt?“). Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, Informationen und eigene Ideen einzubringen.

Offene Fragen verwendet man, um ein Gespräch zu beginnen, Informationen zu sammeln und weniger gesprächige Teilnehmende zu aktivieren. Offene Fragen verdeutlichen Interesse an der Person. Die Antworten erfordern mehr Überlegung als ein bloßes „Ja“ oder „Nein“. Bei Teilnehmenden, die sehr gerne reden, bietet sich zum Unterbrechen des Redeflusses hin und wieder eine Ja/Nein-Frage an.

Die Warum-Frage hat einen Sonderstatus. Im Lernprozess ist es eine wichtige Frage um Zusammenhänge, Funktionsweisen und Mechanismen zu erforschen. Geht es aber um ein Feedback-Gespräch oder das Abklären der Regeln in der Gruppe ist es hinderlich, wenn Verhaltensmuster hinterfragt werden. „Warum haben Sie das gemacht?“ oder „Warum gefällt Ihnen das nicht?" sind Fragen, die die Teilnehmenden in die Defensive führen. Sie müssen sich erklären oder rechtfertigen, was in der Regel als Angriff auf das Selbstwertgefühl verstanden wird.

Eine weitere Frageform, die im Kursgeschehen wichtig ist, ist das Nachfragen und Absichern durch „Wie meinen Sie das?“ oder „Könnten Sie das erklären?“ Neben den Fragen ist also auch das genaue Zuhören wichtig. Allgemeinplätze, Nominalisierungen und Generalisierungen müssen erkannt und mit dieser Frageform nachgefragt werden. Auch die abschließenden Verständnisfragen („Haben das alle verstanden?“, Sind alle der Meinung, dass…?“) sind ein Muss, da sie absichern, dass alle Informationen bei allen angekommen sind.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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