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Januar 2019

DaF oder DaZ – Was ist der Unterschied?

Beide Bezeichnungen schwirren umher, aber ist der Unterschied wirklich klar?

DaF – Deutsch als Fremdsprache – bezeichnet den Deutschunterricht im Ausland, also überall dort, wo Schüler oder erwachsene Lernende die Zielsprache Deutsch nur im Unterricht erleben.

DaZ – Deutsch als Zweitsprache – hingegen meint das Deutschlernen im Zielland selbst.

Der Unterschied zwischen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache ist also spracherwerbstheoretisch definiert. Deutsch als Fremdsprache wird außerhalb Deutschlands angeboten. So lernen Schüler z. B. in Frankreich in der Schule Deutsch oder Studenten bereiten sich in ihrem Heimatland auf ein Studium in Deutschland vor. Die deutsche Sprache wird dabei unter Anleitung im Unterricht, also gesteuert, erworben.

Deutsch als Zweitsprache dagegen meint, salopp ausgedrückt, den Spracherwerb nebenbei. Wie so oft kann hierbei auf reichhaltige Forschung in Bezug auf den kindlichen Spracherwerb zurückgegriffen werden. Wenn man Kinder beobachtet, die neben ihrer Muttersprache im Sprachbad Deutsch aufwachsen, fällt auf, dass sie die Zweitsprache nicht durch Unterricht, sondern durch „natürliche“ Kommunikation erlernen.

Die Abgrenzung zwischen DaF und DaZ fällt allerdings nicht immer leicht, denn spätestens im Schulalter erfolgt der Spracherwerb durch eine Kombination von gesteuertem Lernen in der Schule und ungesteuertem in der Freizeit.

Auch Erwachsene, die in Deutschland Deutsch lernen, sind bei dem ungesteuerten Spracherwerb praktisch dem Lernen „auf der Straße“ ausgesetzt. Sei es beim Einkaufen, bei der Orientierung in der Stadt, auf Ämtern, beim Arzt oder in Kita und Schule. Das heißt, es besteht die Chance, Deutsch als Verständigungsmittel im direkten sprachlichen Umfeld zu erwerben, wobei für Erwachsene im ungesteuerten Spracherwerb viele Hürden liegen. Der Spracherwerb basiert auf dem Muster der eigenen Muttersprache. Besonders deutlich wird dies bei der Aussprache, aber auch grammatische Strukturen werden in die Zielsprache übertragen und sind dann fehlerhaft. Fließend-falsch-Sprechende im Unterricht sind beispielsweise eine Folge des ungesteuerten Spracherwerbs.

Die große Chance für den Sprachunterricht im Zielland liegt aber genau dort, wo auch die größten Schwierigkeiten sind. Selbst wenn viele Teilnehmende in Integrationskursen sich fast ausschließlich in einem muttersprachlichen Umfeld bewegen oder sogar Vermeidungsstrategien entwickelt haben, gibt es immer wieder Berührungspunkte mit dem Deutschen. Die Bewusstmachung, das Umfeld zum Lernen zu nutzen, sowie authentisches Material in den Unterrichtsraum zu holen, sind die großen Vorteile beim Spracherwerb im Zielland und sollten methodisch in die Unterrichtsplanung eingebettet sein.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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