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Dezember 2020

Constructive Alignement

Ein Ansatz der lernzielorientierten Didaktik

1999 wurde in Bologna der Startschuss für eine europaweite Vereinheitlichung von Studiengängen und Studienabschlüssen gegeben. Ziel war es, eine einheitliche europäische Hochschullandschaft zu schaffen, die unter anderem der internationalen Mobilität von Studierenden gerecht werden sollte. Vergleichbare Abschlüsse heißt vergleichbare Prüfungen und so gehört zu den Grundpfeilern der Bologna-Reform das didaktische Konzept des Constructive Alignements. Ausgeklügelt hat es der Australier John Burville Biggs, pädagogischer Psychologe.

Im Constructive Alignement geht es, wie in der lernzielgelenkten Didaktik, um die Abstimmung der Lehr- und Lernmethoden aufeinander. Es geht aber auch noch ein Stück weiter, indem die Prüfungsformen mit den angestrebten Lernzielen verzahnt sind. Goldenes Dreieck wird dieser Dreiklang aus Lernziel, Lernmethoden und Prüfungsform genannt.

Um den tatsächlich wichtigen Gehalt der Idee zu verstehen, muss man sich erst einmal die Problemlage vor Augen führen. Lehrer*innen, Dozenten*innen oder eben auch Kursleitende im Deutschunterricht mit Erwachsenen gehen bei ihrer Planung des Unterrichts häufig von den Lehrinhalten aus. Was die Lernenden dagegen am Ende interessiert, sind die Prüfungsanforderungen.

Das Konzept des Constructive Alignement unterstützt zum einen Lehrende darin, die Form der Prüfung bereits in ihre Planung einzubeziehen, so dass hier eine sinnvolle Einheit entsteht. Zum anderen macht es aber auch darauf aufmerksam, ob die definierten Lernziele überhaupt vernünftig geprüft werden können – und das ist seine eigentliche Stärke.

Auf dem Weg zum selbstgesteuerten Lernen brauchen Lernenden so etwas wie abrechenbare Etappen, die ihnen zeigen, wo sie im Lernprozess stehen. Mit dem Ansatz aus dem Constructive Alignement ist das möglich und so kann es umgesetzt werden: Mit drei Leitfragen wird die Planung des Unterrichts begleitet.

Die erste Frage lautet: Welche Lernziele werden im Unterricht erwartet? Es geht also darum, was die Lernenden am Ende der Lerneinheit können sollen.

Die zweite Frage lautet: Durch welche Prüfungsform können diese Lernziele abgefragt werden? Hier muss also herausgefunden werden, wie man am besten testen kann, ob die Lernenden die intendierten Lernziele erreicht haben.

Die dritte Frage lautet dann: Welche Lehr-und Lernmethoden sowie Lernaktivitäten können eingesetzt werden, um die Lernziele zu erreichen? Das bedeutet, dass erst am Ende, nachdem klar ist, wie die Ergebnisse der Lernenden evaluiert werden können, entschieden wird, mit welchen Aktivitäten und Methoden der Unterricht stattfindet.

 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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