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Februar 2021

Chatten im Deutschunterricht

Vor allem im Online-Unterricht - eine gute Gelegenheit für Schreibanlässe

Chatten ist eine realitätsnahe Kommunikationsform mit eigenen Regeln, die unbedingt in den Deutschunterricht mit Erwachsenen gehört. Ein lernzielgelenkter Einsatz von Chats im Online-Unterricht kann mehr als nur auflockern.
Das Besondere am Chatten ist der Plauderton, so als würde man sich in Echtzeit unterhalten, nur dass dafür geschrieben wird. Chats können auch als Audio- oder Videochats stattfinden. Bleiben wir aber einmal beim Schreiben.
Ein Gruppenchat im Online-Unterricht, der für alle sichtbar ist, kann mitunter richtig Fahrt aufnehmen. Chatten erfolgt schnell. Obwohl Chatbeiträge schriftlich realisiert werden, tragen sie wesentliche Merkmale eines mündlichen Gespräches. Genau wie dort steht die korrekte Sprachverwendung eher im Hintergrund. Satzbrüche, umgangssprachliche Wendungen, Ellipsen, Interjektionen sowie dialektale und soziolektale Ausdrücke sind üblich.

Tippfehler schleichen sich ein, Satzzeichen spielen fast keine Rolle, in manchen Chats wird sogar konsequent klein geschrieben. Emoticons und Akronyme, wie LOL, übernehmen die Funktion, die die parasprachlichen Mittel in einer wirklichen Unterhaltung innehaben.

Was kann man also sinnvollerweise mit einem Chat im Deutschunterricht anfangen? Durch die Nähe zur konzeptionellen Mündlichkeit können Chats ein Weg sein, Schreibhemmungen in der Fremdsprache abzubauen. Es können Schreibanlässe wie „nebenbei“ initiiert werden und das auf unterschiedlichsten Wegen.

Chat-Beiträge der Lerner*innen können beispielsweise für alle sichtbar sein oder aber auch individuell an nur einen einzigen anderen Lerner*innen (oder Kursleiter*in) geschickt werden. Fast wie in der Schule, wo kleine Zettel durch die Bankreihen gereicht werden.

Ein Gruppenchat kann wie im Brainwriting als Ideensammlung dienen. Kettenübungen können realisiert werden. Es kann, wie im Rollenspiel, so getan werden, als wäre man eine andere Person. Sogar Bildbeschreibungen gehen, indem ein Bild, das nur ein*e Lerner*in kennt, von ihr/ihm beschrieben wird, während alle anderen es zeichnen. Glossarbeiträge, Wortschatzsammlungen – Es gibt unendliche viele Möglichkeiten.

Das Gute ist, dass die Teilfertigkeiten Lesen und Schreiben auf spielerische Weise trainiert werden. Obendrein ist es im Online – Unterricht eine akustische Entlastung, da Gruppendiskussionen online für alle Beteiligten anstrengender sind als im Präsenzunterricht. Nicht zuletzt bietet sich eine Recherche über die Chatiquette an – Was ist guter Ton im Netz und wie wird er in der Fremdsprache realisiert?

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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