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Dezember 2017

Aussprachetraining – Fitness für Rachen und Lippen

Eine deutliche und gute Aussprache in der Fremdsprache ist sehr wichtig. Wer möchte schon alles zweimal sagen?

Neben der korrekten Aussprache der einzelnen Laute einer Sprache ist es genauso wichtig, Rhythmus und Intonation zu beherrschen. Jede Sprache hat einen eigenen Rhythmus. Im Deutschen müssen beispielsweise die betonten Silben deutlich hervorgehoben werden, indem sie präziser, länger, lauter, höher oder tiefer gesprochen werden. Diese Silbenbetonung sorgt für den typischen Staccato-Rhythmus der deutschen Sprache.

Den Rhythmus der Fremdsprache zu adaptieren, fällt oft nicht leicht. Die Muttersprache mit ihrem eigenen Singsang wirkt sich in der Regel wie ein Sieb auf den Spracherwerb aus. Die in der Kindheit erworbenen Sprachmuster filtern quasi die Fremdsprache. Um gut verständlich oder sogar möglichst akzentfrei zu sprechen, ist es also notwendig, sich die Fremdsprache wie einen neuen Mantel überzuziehen, in sie quasi hineinzuschlüpfen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Für den Rhythmus der deutschen Sprache bedeutet das beispielsweise, die Pausen an den richtigen Stellen im Satz zu trainieren. Viele Deutschlernende machen zu viele Pausen oder setzen sie an den falschen Stellen. Hier hilft es, Wörter gleich als Sinneinheiten zu trainieren.

Der Sprechapparat des Menschen ist ein kleines präzises Muskelwerk und Aussprachetraining im Grunde genommen nichts weiter als Fitness für Zunge, Rachen und Lippen. Dass man hier, wie im Sport, an seine Grenze kommen kann, merkt man erst bei Lauten, die in der eigenen Sprache nicht vorkommen. Im Deutschen sind im Vergleich zu anderen Sprachen die Lippen sehr aktiv an der Artikulation beteiligt. Auch muss der Mund verhältnismäßig weit geöffnet werden, und für die Betonung der Silben ist eine gewisse Spannung nötig.

Mit ein paar Tricks, mit regelmäßiger Übung und mit Bewegung bringt die Phonetik-Fitness gute Ergebnisse hervor. Für die Artikulation der Laute ist es für die Teilnehmenden erst einmal sehr wichtig, die richtige Stellung der Zunge und Lippen zu kennen. Die Unterscheidung von stimmlos und stimmhaft ist dabei beispielsweise eine der Hürden.

Um für den Unterschied zu sensibilisieren und anschließend trainieren zu können, hilft es, die Hand an den Hals zu legen und z. B. ein „t“ und „d“ zu sprechen (Kroemer, 2014). Der stimmhafte Laut vibriert. Von bekannten Lauten, die für die Teilnehmenden einfach funktionieren, kann man nun zu den schwierigen (wie z. B. „p“ und „b“) übergehen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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