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Januar 2021

Alternatives Evaluieren

Beim Deutschlernen geht viel mehr als ein Lückentext – aber wie?

Der Begriff Evaluation wird heutzutage gern als Oberbegriff für das weite Feld des Prüfens und Testens genommen. (Grotjahn/Kleppin 2015). Mehr denn je rücken hierbei allerdings auch alternative Evaluationsmethoden in den Fokus. Von alternativen Evaluationsmethoden spricht man, wenn Fähigkeiten und Kompetenzen von Lernenden nicht nur anhand von schriftlich abzulegenden Prüfungen ermittelt werden.

Die alternative Evaluation zielt immer auch auf die Förderung des autonomen und selbst gesteuerten Lernens ab. Sie dient also eher dem Lernfortschritt als der Leistungsabfrage. Und das alles vor dem Hintergrund, kooperatives und ebenso lebenslanges Lernen zu motivieren. Testen um des bloßen Testens willens ist schon lange out. Bereits in den 1990-er wurden umfassende Gütekriterien von Tests in Sprachlerngruppen formuliert. (Bachman/ Palmer,1996) So ist ein Test erst dann wirklich nützlich, wenn er Kriterien wie Reliabilität, Konstruktvalidität, Authentizität, Interaktivität sowie Praktikabilität erfüllt.

Auf die beiden ersten Kriterien soll noch einmal genauer eingegangen werden. Bei dem Kriterium Reliabilität geht es um die Zuverlässigkeit eines Tests an sich. Gemeint ist, dass ein möglichst hohes Maß an formaler Genauigkeit erreicht werden sollte. Oder andersherum: Die Ergebnisse sollten nicht zufällig erreichbar sein, was oft in Multiple Choice-Tests ein Problem darstellt. Mit Konstruktvalidität ist im Grunde genommen die Klarheit darüber gemeint, was der Test eigentlich genau misst. (Die Fähigkeit, in einer Ja/Nein-Frage das Verb an die richtige Stelle zu setzten oder in der Fremdsprache nach einem konkreten Weg zu fragen, sind ganz unterschiedliche Dinge, die allerdings formell – „Entschuldigung, geht es hier zum Bahnhof?" – gleich aussehen.)

Für die Erstellung von Test empfiehlt es sich in sechs Phasen vorzugehen. (Kontomitrou, 2020). Am Anfang steht die Festlegung des grundlegenden Ziels des Tests. Anschließend folgt die Ausarbeitung des Formats. Erst dann macht man sich an die Entwicklung des eigentlichen Tests. In der vierten Phase kommt es zur Testanwendung, wobei die Ergebnisse gesammelt werden. Im fünften Schritt wird der Test eventuell korrigiert und die Ergebnisse werden bearbeitet. Den Abschluss bildet schließlich die Beurteilung der Ergebnisse.

Damit Tests einen nachhaltigen Einfluss auf das Lernen haben, ist es unabdingbar vor der alternativen Evaluation die Lerngruppe zu charakterisieren. So spielt es für die Ergebnisse eine ganz wichtige Rolle, ob die Evaluationsmethode der Lerngruppe bereits vertraut ist oder nicht.

 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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