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November 2017

Vom Lesen (Teil 2)

Geschichten im Unterricht

Geschichten bereichern unser Erleben und unseren Alltag. Das tun sie auch im Sprachunterricht und der Effekt auf den Sprachlernprozess ist enorm.

Die Idee, dass heutzutage keiner mehr lesen würde, stimmt nicht ganz. Möglicherweise ist es nicht mehr so weit verbreitet, ein Buch in die Hand zu nehmen und in seiner Freizeit zu lesen. Aber die Lesekompetenz ist auch für Fremdsprachenlerner nach wie vor sehr wichtig, wenn sie beispielsweise Nachrichten auf dem Smartphone lesen möchten oder Informationen im Internet recherchieren.

Bewusst eingesetzte Kurzgeschichten im Unterricht bringen Abwechslung und lockern die Lernsituation auf. Bestenfalls erzeugen sie bei den Teilnehmenden die Lust am Lesen. Aber wie kann das gelingen?

Der Einsatz von Geschichten im Unterricht geht weit über die üblichen Verständnisfragen am Ende hinaus, wie sie auch in der Prüfung vorkommen. Die Fähigkeit, Informationen aus einem Text herauszufiltern und bewerten zu können, ist durchaus eine wichtige Kompetenz im Umgang mit Texten und wird daher auch im Unterricht trainiert.

Geschichten im Unterricht können aber noch viel mehr. Neben dem Festigen und Anwenden von Grammatik oder Wortschatzübungen können sie als Sprech- oder Schreibanlass dienen und die Teilnehmenden anregen, an den Geschichten weiterzuarbeiten. Dieses eigenständige Weiterarbeiten an Geschichten kann auf vielfältige Weise erfolgen. So sind offene oder unbefriedigende Enden geeignete Gelegenheiten, die Teilnehmenden aufzufordern, das Ende der Geschichte zu schreiben oder umzuschreiben.

Es können ebenso Situationen aus der Geschichte ausgekoppelt werden und als Anlass dienen, Dialoge zu schreiben und zu spielen. Hierbei kann es einen schönen Nebeneffekt haben, wenn es gelingt, die Situation der Geschichte auf die Teilnehmenden zu übertragen. Aus solchen Situationen lassen sich ebenso Schreibanlässe für Briefe entwickeln, indem aus der Perspektive einer der Personen oder direkt an die jeweiligen Akteure geschrieben wird.

Geschichten lassen sich aber auch an bestimmten Stellen mit der Fragestellung unterbrechen, was wohl als nächstes passiert. Das hält die Aufmerksamkeit wach und regt das Mitdenken sowie Sich-Ausdrücken an. So kann aus einer Geschichte eine Interaktion in der Gruppe werden oder sogar ein Projekttag, an dem die Teilnehmenden mit eigenen Impulsen und Ideen beteiligt sind.

Oft halten die Kursleitenden die Teilnehmenden an, die Geschichten still zu lesen und im Anschluss daran Fragen zu beantworten oder eine Zusammenfassung zu verfassen.

Eine vorgelesene Geschichte dagegen hat eine ganz eigene Wirkung, die sicher viele selbst noch aus Kindertagen kennen. Geeignete Kurzgeschichten findet man übrigens fast überall und die Themen Liebe und Beziehung funktionieren in jeder Kultur.

Unsere Blogautoring: Anke Kuhnecke

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