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Januar 2018

Trainingseinheiten telc Deutsch B1·B2 Pflege

Interview mit Nadia Qani, Verfasserin des Vorworts und Inhaberin des Pflegedienstes „AHP – Kultursensible Pflege“

Seit dem 22. Dezember 2017 sind die Trainingseinheiten telc Deutsch B1·B2 Pflege und telc Deutsch B2·C1 Medizin in neuer Auflage verfügbar. Die Teilnehmerbücher und Kursleiter-Handbücher wurden speziell mit Blick auf die neuen Berufssprachkurse aktualisiert. Besonders freuen wir uns, dass wir Frau Nadia Qani für das Vorwort der Trainingseinheiten für Pflegekräfte gewinnen konnten. 

Mit ihrem persönlichen und beruflichen Hintergrund ist Nadia Qani eine ideale Botschafterin und Motivatorin für internationale Pflegekräfte, die in Deutschland arbeiten möchten. Sie floh vor über 30 Jahren von Afghanistan nach Deutschland und hat sich Schritt für Schritt zur erfolgreichen Unternehmerin hochgearbeitet. Seit mehr als 15 Jahren leitet sie den von ihr gegründeten Pflegedienst „AHP – Kultursensible Pflege“. Der Anspruch ihres internationalen Teams ist es, pflegebedürftige Personen so zu betreuen, dass diese entsprechend ihrer individuellen Werte, ihrer kulturellen und religiösen Prägungen sowie ihrer Bedürfnisse leben können. Wir haben Frau Qani zum Interview getroffen. 

Redaktion: Sie sind Inhaberin eines kultursensiblen Pflegedienstes. Wie sieht Ihre Arbeit genau aus und was sind Ihre Schwerpunkte? 

Nadia Qani: Meine Arbeit ist so vielfältig und bunt, dass ich jeden Tag ein Buch schreiben kann. Der Schwerpunkt meiner Arbeit ist es, Soziales und Wirtschaftliches auf einen Nenner zu bringen, damit alle etwas davon haben. 

Ihr Team aus insgesamt 40 Personen kommt aus verschiedenen Ländern. Welche Chancen und Herausforderungen gibt es in der interkulturellen Zusammenarbeit, auch mit Ihren internationalen Patientinnen und Patienten? 

Da es sehr schwer geworden ist, ausgebildete Pflegekräfte aus Deutschland zu bekommen, werden immer mehr Pflegekräfte aus dem Ausland eingestellt, um den Fachkräftemangel zu beheben. Durch die steigende Zahl ausländischer Mitarbeiter sind multikulturelle Teams im Pflegealltag längst Normalität und spiegeln die kulturelle Vielfalt wider. Ich finde, dass das eine Bereicherung ist, weil Pflegekräfte voneinander lernen können. Die Sprachvielfalt der Pflegenden hilft dabei, wichtige Übersetzungen zu tätigen. Durch interkulturelle Teams treffen vielfältiges Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten aufeinander, sodass der Horizont des einzelnen dadurch erweitert wird. 

Für Ihr Engagement im Bereich Integration sind Sie bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen? 

Besonders wichtig ist mir der Aufbau von Projekten. Darüber hinaus liegt mir die Förderung von Frauen sehr am Herzen, die einen festen Job haben und sich beruflich weiterbilden möchten. 

Die telc gGmbH hat spezielle Materialien für den Sprachunterricht von ausländischen Pflegekräften und Medizinern entwickelt. Welche Rolle spielen Sprachkenntnisse in der Pflege? Welche Sprachfertigkeiten sehen Sie als besonders wichtig in der Pflege an? 

Nur wer Sprache in ihren Feinheiten kennt, kann sprachliche Barrieren, den Einfluss von Religion, Ritualen und Gebärden auf die Lebensweise von anderen Menschen aus anderen Kulturen verstehen. Dies ist die Basis für eine professionelle Pflege. Ich finde, dass alle vier Fertigkeiten – Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen – zusammengehören und wichtig sind und im Berufsalltag einer Pflegkraft benötigt werden, um den Anforderungen des Berufsalltags Stand zu halten. 

Was hat Sie bewogen, das Vorwort für die neue Auflage der Trainingseinheiten telc Deutsch B1·B2 Pflege zu schreiben? 

Da ich selbst Inhaberin und Geschäftsführerin eines kultursensiblen Pflegedienstes bin und ich Mitarbeiter aus verschiedenen Kulturen beschäftige, die meine Klienten mit und ohne Migrationshintergrund versorgen, war es mir ein ganz großes Anliegen das Vorwort zu schreiben. Einige meiner Mitarbeiter haben in ihrem Land die Pflegeausbildung abgeschlossen, haben hier in Deutschland jedoch aufgrund von mangelnden Sprachkenntnissen noch keine Anerkennung. Bei den Trainingseinheiten telc Deutsch B1·B2 Pflege war es mir wichtig, dass die Lernenden nicht nur für die sprachlichen Anforderungen ihres Berufsalltags gerüstet sind, sondern durch eine gezielte Vorbereitung am Kursende mit bestandener Prüfung auch eine berufliche Anerkennung erlangen. 

Vielen Dank für das Interview!

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