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August 2020

Was würde ich bloß ohne euch machen?

Endungen ohne Ende.

Im Fachsprachenunterricht Deutsch für akademische Heilberufe bereitet sich eine Arbeitsgruppe von Ärtz*innen auf die Fachsprachprüfung an der Ärztekammer vor.

Chin Xiang: Für mich ist die Fachterminologie am schwierigsten, ich muss ja quasi doppelt lernen. Die lateinischen und griechischen Wörter und dann auch noch die deutschen.

Ali Raisa Albouni: Ja, das nervt mich auch ganz schön. Da hast du es gut, Andrea, als Italiener.

Andrea Bruni: Stimmt schon, die lateinische Terminologie habe ich im Studium gelernt und es gibt auch Einiges, was ich mir herleiten kann. Habt ihr denn im Studium kein Latein gelernt?

Chin Xiang: Nee, wozu denn? Wir haben in China unsere eigenen medizinischen Fachausdrücke. Und bei dir, Ali Raisa?

Ali Raisa Albouni: Bei mit im Studium in Syrien war alles auf Arabisch, die Wiege der Medizin kommt auch ohne Latein aus. (lacht) Aber mir hilft bei der Fachsprache schon, dass ich gut Englisch kann. Aber das hilft mir wenig, wenn es um die Systematisierung der Sprache geht, ich mach alles mehr so aus dem Gefühl heraus.

Andrea Bruni: Ich finde schon, dass man vieles systematisieren kann. Insgesamt soll es ja über 170.000 medizinische Fachbegriffe geben, aber ich denke im Berufsalltag brauchen wir nicht mehr als 6000.

Chin Xiang: 6000! Wie soll ich das denn lernen!

Andrea Bruni: Na ja, du musst dir das in Gruppen aufteilen. Nehmen wir doch mal die Suffixe.

Ali Raisa Albouni: Suffix? Was meinst du damit?

Andrea Bruni: Heute hatten wir im Unterricht doch den Fall mit der Hepatitis.

Chin Xiang: Genau und da ist die Endung oder das Suffix, -itis, was so viel wie Entzündung heißt.

Andrea Bruni: Richtig. Also Appendizitis heißt dann…

Chin Xiang: Blinddarmentzündung!

Ali Raisa Albouni: Ach, und genau sowas müssen wir ja auch in der Prüfung machen, ich meine Fachsprache in Patientensprache übersetzen.

Andrea Bruni: Ja, und da gibt’s noch weitere Suffixe, wie z.B, -algie. Wie in Neuralgie.

Chin Xiang: Nervenschmerz? Also Schmerzen?

Andrea Bruni: Ganz genau – immer Schmerzen…(lacht)

Ali Raisa Albouni: Achso, und deswegen auch Analgetikum?

Andrea Bruni: Ja. Aber nicht nur bei Krankheiten, auch für Diagnose und Therapie gibt's Endungen wie beispielsweise bei -lyse.

Chin Xiang: Ah, Analyse!

Ali Raisa Albouni: Oder Dialyse!

Andrea Bruni: Also alles hat da was mit Lösung bzw. Auflösung zu tun. Wie Hämolyse und dagegen spasmolytisch.

Chin Xiang: Zerfall der roten Blutkörperchen und …

Ali Raisa Albouni: krampflösend.

Andrea Bruni: Perfekt. Ihr seht, Erkrankung und Therapie!

Chin Xiang: Ich hab auch eins: - ose, wie in Arthrose.

Ali Raisa Albouni: Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, genauso wie auf Englisch. Ähnlich wie bei Skoliose.

Andrea Bruni: Verschiefung der Wirbelsäule.

Chin Xiang: Ich glaube, das heißt „Verkrümmung der Wirbelsäule“! Zumindest sagt das das Wörterbuch.

Andrea Bruni: Ok. Aber schief heißt doch, dass es nicht gerade ist, oder?

Chin Xiang: Und krumm auch (lacht).

Ali Raisa Albouni: Glukose gehört dann wohl auch dazu.

Andrea Bruni: Nee. -ose heißt zwar meistens Krankheit, aber da gibt's auch andere Verbindungen zum Beispiel die Mitose, die Zellkernteilung, also Vorsicht.

Chin Xiang: Das ist wirklich kompliziert!

Ali Raisa Albouni: Aber präzise.

Andrea Bruni: Online gibt es einige Terminologie-Listen, nur für Endungen. Ich schick euch den Link und dann können wir uns in Zukunft gegenseitig abfragen.

Chin Xiang: Was würde ich bloß ohne euch machen.

 

Blogautoren: Markus Ammon und Jana Kirchberger


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