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Juni 2020

Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung Gesundheits- und Krankenpflege

Thema: Diabetes Mellitus

Nachdem Ljudmilla Molina, Kinderkrankenschwester aus der Ukraine, letzte Woche mit ihrer Kollegin Nuria angefangen hat, für die bevorstehende Kenntnisprüfung zu lernen, treffen sie sich nun wieder, um weiter zu üben. Im Rahmen einer Anpassungsqualifizierung besuchen beide einen fachsprachlichen Deutschkurs, in dem sie regelmäßig Aufgaben für zu Hause bekommen.

Ljudmilla: So, da wären wir wieder, magst du einen Kaffee?

Nuria: Auf jeden Fall! Ich bin ganz schön gestresst, der Unterricht von heute war mal wieder total anstrengend, oder?

Ljudmilla: Finde ich auch, aber wir müssen nun mal alles lernen, wenn wir diese Prüfung bestehen wollen. Hier, dein Kaffee, und ich les mal den Fall vor:

Frau Kross ist 72 Jahre alt. Ihr Hausarzt hat einen Diabetes Mellitus Typ II diagnostiziert und die Einweisung in eine Klinik veranlasst.

Zur Einstellung ihrer stark schwankenden Blutzuckerwerte befindet sie sich deshalb seit zwei Tagen in stationärer Behandlung. Aufgrund der Blutzuckerschwankungen muss bei Frau Kross besonders auf die Symptome einer Hypo- bzw. Hyperglykämie geachtet werden. Neben einer schmerzhaften Arthrose, die sie beim Gehen behindert, leidet Frau Kross auch an einem Hypertonus. Bei Aufnahme wird ein Messwert von 180/120 festgestellt.

Frau Kross fühlt sich überfordert und hat Angst, mit der neuen Situation nicht zurecht zu kommen.

Nuria: Ok, hier kommen erstmal viele eher allgemeine Fragen, und am Schluss dann auch etwas Konkreteres zur Patientin. Erste Frage: Wo wird Insulin gebildet und welche Funktion hat es?

Ljudmilla: Einfach, das wird in der Bauchspeicheldrüse produziert, dem Pankreas, und es reguliert die Aufnahme von Glukose. Außerdem wirkt es blutzuckersenkend und wird in der Therapie als Medikament eingesetzt.

Nuria: Ok, das sagt man wirklich „das Pankreas“?

Ljudmilla: Mhm, hab ich so abgespeichert. Soll ich nachsehen?

Nuria:  Nein, alles klar, ich glaub dir.  Weiter …Definition und Entstehung von Diabetes?

Ljudmilla: Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, Insulinmangel oder -resistenz, der Blutzuckerspiegel ist chronisch erhöht und es gibt ein hohes Risiko für schwere Folgeerkrankungen. Die Zellen können Zucker aus dem Blut nur mit Hilfe von Insulin aufnehmen, bei zu wenig Insulin steigt die Zuckerkonzentration im Blut und die Niere schafft es nicht mehr, die große Blutzuckermenge des Primärharns vollständig ins Blut zurückzuführen. Der überschüssige Zucker wird durch Harn….. wie heißt das nochmal, zu viel Harn?

Nuria: Harnflut.

Ljudmilla: Ah ja, also durch Harnflut wird der Zucker ausgeschieden und der Körper verliert viele Vitalstoffe und Wasser.

Nuria: Richtig, und die 4 Typen von Diabetes?

Ljudmilla: Primär insulinabhängiger Diabetes mellitus – Typ-I-Diabetes.
Nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus – Typ-II-Diabetes.
Schwangerschaftsdiabetes und sekundärer Diabetes.

Nuria: Vergiss nicht die Ursachen

Ljudmilla: Ok, Typ-I-Diabetes ist angeboren, Antikörper zerstören die insulinproduzierenden Zellen. Der Typ-II-Diabetes kommt später, das nennt man Altersdiabetes, kommt aber auch bei sehr übergewichtigen Kindern vor. Hier reagieren die Körperzellen immer schlechter auf das Insulin, die Resistenz, und diese Inselzellen haben zu lang zu viel Insulin produziert und sind erschöpft, das war das Wort heute, oder?

Nuria: Genau. Also Ursachen sind Übergewicht und Bewegungsmangel, außerdem wird es vererbt.

Ljudmilla: Und wie sind die Symptome?

Nuria: Beim Typ I sind typisch Harndrang, viel Durst, Appetitmangel und Gewichtsverlust, Bauchschmerzen und Müdigkeit. Das haben meistens Kinder und Jugendliche.

Ljudmilla: Und Typ II?

Nuria: Auch Durst und häufiges Wasserlassen, keine Energie, es gibt viele Infektionen und Wunden heilen schlecht.

Ljudmilla: Super. Nennen Sie vier diagnostische Maßnahmen zur Erkennung eines Diabetes.

Nuria: Messung des Nüchternblutzuckers auf nüchternen Magen. Der Blutzuckerwert sollte unter 100 Milligramm pro Deziliter liegen. Wenn an zwei Tagen über 126 mg/dl gemessen werden, ist es Diabetes.

Ljudmilla: Und dann kann man ja auch den Urintest machen, den Glukosebelastungstest und eine Bestimmung des Langzeitzuckers.

Nuria: Komplett. Was verstehen Sie unter einem hypoglykämischem Schock?

Ljudmilla: Man wird bewusstlos, weil der Zuckerwert stark absinkt, unter 50 mg/dl. Das ist lebensgefährlich.

Nuria: Ursachen und Symptome?

Ljudmilla: Zu viel Insulin gespritzt, zu wenig gegessen, Alkohol oder starke Anstrengung. Die Haut ist blass und es gibt kalten Schweiß, Herzrasen, Schwindel und Zittern. Der Patient kann bewusstlos werden.

Nuria: Und welche Maßnahmen braucht es dann?

Ljudmilla: Man gibt dann Würfel- oder Traubenzucker oder auch Saft. Und dann auch etwas zu Essen, Obst und Brot oder so. In schweren Fällen muss man eine Glukoseinfusion geben, Vitalzeichen kontrollieren und den Arzt rufen. Wenn er wieder wach wird, braucht der Patient sofort Kohlenhydrate zur Stabilisierung der Zuckerwerte.
Ich lese mal die nächste Frage vor: Nennen Sie drei Spätfolgen von Diabetes.

Nuria: Diabetiker sind sehr anfällig für Infektions- und Pilzkrankheiten. Die Durchblutung und Wundheilung sind gestört, vor allem an Beinen und Füßen. Weil oft auch die Nervenbahnen geschädigt sind, merken es viele gar nicht, dass sie eine Wunde haben. Augen, Herz und Nieren können geschädigt sein.

Ljudmilla: Genau, Herz- und Niereninsuffizienz. Und die drei Grundsäulen der Behandlung?

Nuria:  Zucker muss gut eingestellt und kontrolliert werden, gesunde Ernährung und viel Bewegung. Und regelmäßig zur Vorsorge. Jetzt frag ich mal weiter: Nennen Sie drei Insulinarten!

Ljudmilla: Oh Gott, ausgerechnet. Ok, äh, also Humaninsulin, Schnelle Insulinana… ana..

Nuria: …analoga, also etwas Ähnliches. Dann noch Verzögerungsinsuline und Langzeitinsulin.
Und was ist die Basis-Bolus-Therapie?

Ljudmilla: Achja, BBT. Da imitiert man den Organismus. Man gibt das in kleinen Schritten, nach den Mahlzeiten mehr, nach Bewegung weniger, da werden dann Normal- und Langzeitinsulin kombiniert.

Nuria: Genau. Drei Mal täglich Verzögerungsinsulin und nach dem Essen Normalinsulin. Und was waren da nochmal Vor- und Nachteile?

Ljudmilla: Vorteil ist, dass man den Tag flexibel gestalten kann, die Therapie richtet sich nach dem Patienten. Der Nachteil sind natürlich die vielen Injektionen und Messungen.

Nuria: Sehr gut. Jetzt zu Frau Kross, wie sollte ihre Ernährung aussehen?

Ljudmilla: Grundsätzlich geringe Energiedichte und hohe Nährstoffdichte, so hieß das, oder? Also viel Gemüse, Obst und Vollkorn. Wenig Fleisch, Wurst und Eier und keine Süßigkeiten. Ok, eine kleine Portion am Tag, wenn sonst alles stimmt. Viel trinken, aber keinen Alkohol.

Nuria: Und die Fußpflege für sie?

Ljudmilla: Täglich die Füße kontrollieren auf Druckstellen, Verletzungen und Hornhaut. Mit einer milden Seife waschen und mit Harnstoff-Creme versorgen, aber nur einen weichen Waschlappen nehmen. Fußbad höchstens drei Minuten und 35 Grad. Zum Abtrocknen tupfen, nicht rubbeln. Und auf Fußpilz achten, z.B. Jucken, Rötung oder Hautschuppung.

Nuria: Perfekt. Was sind denn jetzt die vier aktuellen Pflegeprobleme bei Frau Kross?

Ljudmilla: Was hatten wir da… Hypertonie, Arthrose, Dehydrierung und Schwindel. Und jetzt du nochmal: Welche vier potentiellen Pflegeprobleme gibt es bei ihr?

Nuria: Also, was kann daraus werden? Koronare Herzerkrankung, Niereninsuffizienz, diabetischer Fuß und vermindertes Sehvermögen.

Ljudmilla: Und damit sind wir durch! Noch Kaffee?

Blogautoren: Markus Ammon und Jana Kirchberger

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