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September 2020

Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung C1 für Apotheker*innen

Simuliertes Apotheker-Patienten-Gespräch

Bei der Beurteilung der Fachsprache wird besonders Wert auf berufsbezogene kommunikative Fähigkeiten gelegt. Apotheker*innen müssen in der Lage sein, ein Gespräch souverän, strukturiert und klar führen und spontan und flexibel auf individuelle Gesprächssituationen reagieren zu können.

Die Fachsprachenprüfung ist dreiteilig aufgebaut und besteht aus einem simulierten Apotheker-Patienten-Gespräch (20 Minuten), dem Anfertigen eines in der pharmazeutischen Berufsausübung üblicherweise vorkommenden Schriftstückes (20 Minuten) und im dritten Teil aus einem Gespräch mit einem Apotheker oder mit einer zur Ausübung der Heilkunde, Zahnheilkunde oder Tierheilkunde berechtigten Person (20 Minuten). Außerdem wird oft gefordert: ein Kurzvortrag von circa fünf Minuten, eine E-Mail – auch oft aus dem kaufmännischen Bereich und die Übersetzung fachsprachlicher Begriffe in Patientensprache.

Die Prüflinge erhalten dazu Fachinformation eines Fertigarzneimittels, in der alle für die Prüfung wichtigen Passagen farblich markiert sind. Die Fachinformation dient als inhaltliche Grundlage. Die markierten Inhalte sind für die sich anschließenden mündlichen und schriftlichen Prüfungsteile wichtig.

Wir wollen in diesem Blogartikel den ersten Prüfungsteil, das „Simulierte Apotheker-Patienten-Gespräch“ vorstellen. Ziel des ersten Prüfungsteils ist es, dass Prüflinge ihre Fähigkeit unter Beweis stellen können, ein patientengerechtes Verkaufs- und Beratungsgespräch führen zu können. Sie informieren und beraten Patient*innen im Rahmen der Arzneimittelabgabe über ein Arzneimittel, arzneimittelbezogene Probleme sowie mögliche Arzneimittelrisiken. Insbesondere werden Patient*innen auf die sachgerechte Anwendung, Aufbewahrung und Entsorgung des Arzneimittels hingewiesen.  Eine Aufklärung über mögliche Neben- oder Wechselwirkungen gehört auch dazu.

Folgende Punkte sollten abgedeckt sein:

Gesprächseinstieg: Begrüßung
„Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“

Person, für die das Arzneimittel bestimmt ist
„Ist das Rezept für Sie oder für jemanden anders?“

Erst- oder Wiederholungsverordnung?
„Haben Sie das Medikament schon einmal eingenommen?“

Für welche Indikation
„Wofür/Wogegen haben Sie das Medikament verschrieben bekommen?“

Art bzw. Stärke der Beschwerden
„Können Sie mir die Schmerzen/Beschwerden beschreiben? Wie stark sind die Beschwerden?

Zeitliches Auftreten der Beschwerden
„Wann haben Sie die Beschwerden? Sind sie konstant oder nur zeitweise?“

Dauer der Beschwerden
„Wann sind die Beschwerden das erste Mal aufgetreten und wie lange dauern sie an?“

Häufigkeit der Beschwerden
„Wie oft haben Sie denn die Beschwerden?“

Begleitsymptome
„Tut Ihnen sonst noch etwas weh?“ Haben Sie noch andere Beschwerden?“

Welche Informationen müssen dem Patienten vermittelt werden?
„Ich würde Ihnen gerne noch ein paar wichtige Hinweise geben.

Das Medikament ist ganz genau nach ärztlicher Anordnung einzunehmen. Auf Ihrem Rezept steht, dass…“

Klärung von Kontraindikationen und potenziellen Interaktionen mit klinischer Relevanz.
„Sind bei Ihnen Unverträglichkeiten bekannt, etwa eine Laktoseunverträglichkeit? Nehmen Sie andere Medikamente ein?“

Informationen zur Dosierung, Anwendung und gegebenenfalls Behandlungsdauer.
„Nehmen Sie die Tabletten 3 Mal pro Tag immer nach dem Essen mit Wasser 7 Tage lang ein.“

Relevante unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Warnhinweise.
„Es kann zu Sodbrennen kommen; wenn es sehr stark wird, setzen Sie das Medikament sofort ab und geben uns gleich Bescheid.“

Gegebenenfalls besondere Lagerungsvorschriften  
„Bitte bewahren Sie das Medikament im Kühlschrank auf.“

Patienten Möglichkeit zum Nachfragen geben.
„Haben Sie sonst noch Fragen?“ Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

Verabschiedung
„Gute Besserung!“ Bitte kommen Sie wieder, wenn Sie Fragen haben oder es Ihnen nicht besser geht.“


Bei der Beratung sollten laienverständliche Bezeichnungen verwendet und auf Fachbegriffe verzichtet werden. Typische Symptome, Erkrankungen und Hilfsmittel sind Heuschnupfen, Allergien, Ausschläge, Kopfläuse, Asthma, Augensalbe, Bindehautentzündung, Nasendusche, Fußpilz.

 

 Blogautoren: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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