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Januar 2021

Prostata

In diesem Blogartikel beschreibt Herr Knies seine Beschwerden während seines Termins in einer Praxis für Urologie

Nach über 40 Arbeitsjahren wollte Herr Ulrich Knies gemeinsam mit seiner Frau Hildegard seine wohlverdiente Rente so richtig genießen. Kleinere Reisen mit dem Wohnmobil waren ebenso geplant wie der Besuch von Sohn Alexander, der seit seinem Studium in Kanada lebt. Doch plötzlich werden die Pläne des Ehepaars Knies durchkreuzt, denn Herr Knies hat erhebliche Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin und starke Rückenschmerzen. Frau Knies googelt die Beschwerden ihres Mannes und ist erschrocken. Alles deutet auf eine Erkrankung an der Prostata hin, womöglich ein Krebs? Nach kurzer Rücksprache mit dem Hausarzt erhält Herr Knies eine Überweisung an einen Urologen. Heute hat er einen Termin in einer Praxis für Urologie, bei Dr. Ansgar Demel.

Dr. Demel: Guten Tag, Herr Knies. Was führt Sie heute zu mir?

Hr. Knies: Tja, wie es aussieht, hab' ich Prostata.

Dr. Demel: Aha. Hat Ihr Hausarzt schon eine Diagnose gestellt?

Hr. Knies: Nein, nein. Er hat mich nur überwiesen. Aber meine Frau hat meine Beschwerden im Internet recherchiert und da kam eindeutig Prostata raus. Wahrscheinlich Krebs.

Dr. Demel: Verstehe. Ihre Frau hat es sicher gut gemeint, Herr Demel und es ist gut, dass Sie heute zu mir gekommen sind. Ich möchte Ihnen jetzt erst einmal ein paar Fragen stellen und Sie im Anschluss untersuchen. Dann sehen wir, was die Ursache Ihrer Beschwerden sein könnte. Sind Sie damit einverstanden?

Hr. Knies: Ja, klar. Bitte.

Dr. Demel: Schön. Herr Knies, Sie sind 66 Jahre alt und Rentner, richtig?

Hr. Knies: Ja. Ich bin seit letztem Jahr in Rente. Ich habe über 30 Jahre für die Bahn gearbeitet, erst als Lokführer, dann im Innendienst.

Dr. Demel: Ach, das war sicher eine spannende Arbeit. Herr Knies, welche Beschwerden sind denn bei Ihnen aufgetreten?

Hr. Knies: Na ja. Angefangen hat es vor 4 Wochen. Ich hatte schon immer ein bisschen Probleme beim Wasserlassen…aber seit 4 Wochen ist da so ein Brennen dazu gekommen, sehr unangenehm.

Dr. Demel: Verstehe. Ist der Harnstahl auch verändert?

Hr. Knies: Ja. Jetzt wo Sie fragen. Er ist viel flacher als zuvor. Und leider habe ich auch Blut im Urin, Herr Doktor.

Dr. Demel: Heißt das, dass der Harn rötlich ist?

Hr. Knies: Ja. Allerdings nicht immer. Bisher so 3 bis 4 Mal.

Dr. Demel: Müssen Sie jetzt öfter Wasserlassen? Auch nachts?

Hr. Knies: Ja, bestimmt doppelt so oft, auch nachts. Aber es kommt ja auch nicht so viel raus. Ich hab das Gefühl, meine Blase entleert sich gar nicht richtig.

Dr. Demel: Und wie sieht es mit dem Stuhlgang aus? Irgendwelche Veränderungen?

Hr. Knies: Nein, nicht dass ich etwas bemerkt hätte.

Dr. Demel: Wie sieht es mit Erektionsproblemen aus?

Hr. Knies: Geht so. Die letzten Jahre hatte ich oft Probleme.

Dr. Demel: Haben Sie Schmerzen beim Samenerguss oder Blut in der Samenflüssigkeit? 

Hr. Knies: Nicht übermäßig, nein. Und Blut ist, wie gesagt, nur im Urin.

Dr. Demel: Gut. Haben Sie noch weitere Beschwerden?

Hr. Knies: Ja. Ich hab ganz schreckliche Rückenschmerzen.

Dr. Demel: Wo im Rücken? Eher in den Schultern oder im unteren Bereich?

Hr. Knies: Na, so Kreuzschmerzen, in der Gegend vom Steißbein. Als hätte ich mich überhoben, 'nen Hexenschuss oder Ischias. Aber ich kann mich nicht erinnern, wo ich mir was geholt haben könnte.

Dr. Demel: Was ist das für ein Schmerz? Könnten Sie ihn beschreiben? Eher ziehend oder stechend?

Hr. Knies: Es sticht und brennt. Im Liegen geht es besser. In der Badewanne ist er fast weg.

Dr. Demel: Haben Sie noch weitere Schmerzen in den Knochen?

Hr. Knies: Nein, nicht wirklich.

Dr. Demel: Haben Sie Wasser in den Beinen bemerkt?

Hr. Knies: Nein. Die sind wie eh und je.

Dr. Demel: Gut. Herr Knies. Wie sieht es mit Vorerkrankungen aus? Leiden Sie etwa an Bluthochdruck oder Diabetes?

Hr. Knies: Nein. Ich war in meinen 45 Arbeitsjahren nur 2 Wochen krankgeschrieben, als ich mir beim Skifahren das linke Bein gebrochen habe. Das war's.

Dr. Demel: Und wie sieht es in Ihrer Familie aus? Gab es da Prostataerkrankungen oder andere schwerwiegende Erkrankungen?

Hr. Knies: Meinen Vater habe ich nie kennengelernt, über den weiß ich nichts. Geschwister hab' ich nicht. Und meine Mutter ist knapp 90 und noch bei guter Gesundheit. 

Dr. Demel: Das hört man gerne. Hatten Sie in letzter Zeit Fieber oder Nachtschweiß?

Hr. Knies: Fieber nicht. Aber ich bin ein paar Mal schweißgebadet aufgewacht in der Nacht. Das kannte ich so noch nicht.

Dr. Demel: Hm. Herr Knies, Sie haben angegeben, dass Sie bei einer Körpergröße von 180 cm, 75 Kilo wiegen. Haben Sie in letzter Zeit merklich an Gewicht verloren?

Hr. Knies: Na ja. Drei Kilo sind runter im letzten halben Jahr. Aber ich hab' ja auch viel trainiert, ich hab' ja jetzt Zeit…also ich bin viel Fahrrad gefahren und war oft Wandern mit meiner Frau.

Dr. Demel: Klingt gut. Es ist wichtig, auch im Rentenalter aktiv zu bleiben. Wie ich höre, machen Sie das.

Hr. Knies: Ja. Wir wollen fit bleiben, um noch viel erleben zu können...Aber jetzt wird wohl nichts daraus.

Dr. Demel:  Das sehen wir noch, Herr Knies. Noch wissen wir nicht, was los ist. Ich habe erst einmal alle wichtigen Information erhalten und möchte Sie jetzt untersuchen.

Hr. Knies: Oh. Jetzt wird’s unangenehm.

Dr. Demel: Keine Sorge, Herr Knies. Das kriegen wir hin. Ich mache das mehrmals täglich.

 

Unsere Blogautor*innen: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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