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Mai 2021

Laparoskopische Appendektomie

Patient Uwe Hartung wird in Kürze am Blinddarm operiert.

Annalena Steeger, die heute als OP-Springerin Dienst hat, nimmt den Patienten, Herrn Uwe Hartung, an der OP-Schleuse in Empfang. Zuvor hat Annalena bereits alles für den bevorstehenden Eingriff, eine Appendektomie, vorbereitet.
Die dafür notwendigen Instrumente sowie das Verbrauchsmaterial wurden auf Sterilität und alle in der OP eingeplanten Geräte auf Funktionstüchtigkeit überprüft.

Annalena: So, Sie sind Herr Uwe Hartung, richtig?

Herr Hartung: Korrekt.

Annalena: Gut, Sie bekommen heute den Blinddarm raus, oder?

Herr Hartung: Ja, das stimmt, aber ein bisschen nervös bin ich doch jetzt schon.

Annalena: Da machen Sie sich mal keine zu großen Sorgen, wenn es überhaupt so etwas wie einen Standardeingriff gibt, dann ist es eine Blindarm-OP.

Herr Hartung: Ja, aber bleibt da nicht doch eine ganz lange Narbe?

Annalena: Nein, nein, vielleicht ist das beim Aufklärungsgespräch mit meinem Kollegen bei Ihnen durchgerutscht. Wir machen einen laparoskopischen Eingriff, also minimalinvasiv, das sind nur drei ganz kleine Schnitte von gerade mal ein bis zwei Zentimetern, da müssen Sie nachher schon ganz genau hinschauen.

Herr Hartung: Ah, gut.

Annalena: Bevor wir Sie reinbringen, müssen wir jetzt eben noch das Umfeld des Eingriffs rasieren, strecken Sie sich hier mal aus, bitte?

Herr Hartung: Ok.

Annalena: …. So, schon erledigt. Nur um sicherzugehen, Herr Hartung, wann haben Sie zuletzt gegessen?

Herr Hartung: Gestern Abend, ich soll ja nüchtern unters Messer.

Annalena: Sehr gut, und getrunken die letzten zwei Stunden auch nicht?

Herr Hartung: Nein.

Annalena: Wunderbar. Blasenkatheter hatten Sie ja abgelehnt, waren Sie denn gerade noch mal zur Toilette?

Herr Hartung: Ja, vor 10 Minuten.

Annalena: Gut. Dann übergeb‘ ich Sie jetzt an unsere Anästhesistin, Frau Dr. Kosanova, aber seien Sie beruhigt, ich bin die ganze Zeit bei der OP dabei und habe immer ein Auge auf Sie, auch wenn Sie es nicht so mitkriegen.

Herr Hartung: Ok, gut zu wissen.

Die Anästhesistin identifiziert ihrerseits noch einmal den Patienten, gleicht die vorliegenden Dokumente ab und überprüft die Einwilligungserklärung, bevor sie die Narkose einleitet. Dann wird der Patient in den OP-Saal gebracht, wo kurz vor dem ersten operativen Hautschnitt als letzte Sicherheitsstufe noch ein kurzes Team-Time-Out stattfindet. Die OP wird von

Dr. Schreiner, assistiert von Dr. Visani, durchgeführt. Neben der Springerin Annalena ist eine OP-Pflegeassistentin, die Anästhesistin sowie die Anästhesiepflegekraft anwesend.

Dr. Schreiner: Guten Morgen allerseits, wen haben wir denn heute hier als ersten, den Blinddarm, oder?

Annalena: Genau, Uwe Hartung, 49, nüchtern, anästhesiert, Papiere in Ordnung und Einwilligungen unterschrieben, Rückenlage, Operateur links, Assistent und Kamera rechts, Videoeinheit am Fußende. Zugänge Optiktrokar Nabel, Arbeitstrokare rechter und linker Oberbauch.

Dr. Schreiner: Na dann kanns ja losgehen. Also Optiktrokar bitte…jetzt der Schlauch….CO2-Einleitung, so jetzt können wir auch was sehen.

Dr. Visani: Ja, deutlich entzündet.

Dr. Schreiner: Sehen wir uns mal den Rest an….Leberunterrand und Dickdarm unauffällig.

Dr. Visani: Eindeutig Appendizitis.

Dr. Schreiner: Arbeitstrokar rechts bitte …. und jetzt links bitte, prima, passt. Präparation basisnah, Koagulationszange bitte …. Durchtrittsöffnung hergestellt. Jetzt fassen wir den Übeltäter, bitte Klammernahtgerät einführen.

Dr. Visani: Klammernahtgerät.

Dr. Schreiner: Mesenteriolum durchtrennt. Absetzen des Gefäßzuflusses.

Dr. Visani: Brauchen wir den Stapler noch?

Dr. Schreiner: Nein, reicht. Bergebeutel bitte.

Dr. Visani: Bergebeutel gefüllt und geschlossen. Wird über Trokarhülse entfernt.

Dr. Schreiner: Sehr schön, wir kontrollieren nochmal den Operationssitus, Spülung bitte….ok, Klammernahtreihe sieht sehr gut aus.

Dr. Visani: Jetzt Drainage und dann Trokare raus?

Dr. Schreiner: Ja, damit sind wir dann fertig. Jetzt bitte Verschluss der Trokarinzisionen.

Dr. Visani: Ok, Inzisionen geschlossen und Wundränder mit Steristrips gesichert. Lege noch Pflasterverbände an.

Dr. Schreiner: Bestens, Kreislauf immer noch gut, Frau Dr. Kosanova?

Dr. Kosanova: Patient ist stabil.

Dr. Schreiner: Wunderbar, ich danke allen. Womit geht’s denn heute gleich noch weiter?

 

Unsere Blogautor*innen: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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