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April 2021

Kommunikation im OP

Effektive Kommunikation im OP

Wie wichtig eine effektive Kommunikation im OP ist, beweisen diverse Studien zu Patientensicherheit. Eingriffe von Teams, in denen wenig interagiert wird, weisen ein um ein mehrfach höheres Risiko einer Komplikation auf, d.h. die Kommunikation unter den Akteuren am OP-Tisch hat einen erheblichen Einfluss auf die Patientensicherheit. Aber wie läuft risikoreduzierende Kommunikation im OP ab?

Die WHO-Checkliste verlangt zu drei Zeitpunkten ein klares, kurzes Innehalten der beteiligten Berufsgruppen und Fachdisziplinen.

Beim sogenannten „Sign-in“ vor Beginn der Anästhesie wird vom Anästhesie-Team die Identität des Patienten, der Eingriff und die Lokalisation sowie das Vorliegen der OP-Einwilligung geprüft und ggf. Besonderheiten des Patienten berücksichtigt.

Danach folgt ein präzise durchgeführtes Briefing, das, auch im deutschen Sprachgebrauch, etablierte „Team-Time-Out“.  Hier kommt das gesamt OP-Team unmittelbar vor Beginn des Eingriffes zusammen und stellt unter der Leitung eines verantwortlichen Koordinators (Mitglied des OP-Teams, z.B. Operateur, Anästhesist oder Springer) sicher, dass ein Verwechslungsrisiko ausgeschlossen wird. Das Team stellt sich kurz unter Angabe ihrer/seiner Funktion und Berufserfahrung vor (falls es nicht bereits ein eingespieltes Team ist). Das „Team-Time-Out“ findet in dem Raum, in dem die Operation durchgeführt wird, statt. Der Koordinator liest dabei die Informationen auf einer Checkliste laut vor, die zuhörenden Teammitglieder gleichen die Aussagen ab, bestätigen die Stichpunkte ihres eigenen Zuständigkeitsbereiches und nutzen gegebenenfalls die Chance, zu kommentieren oder zu ergänzen.
Auf der Checkliste gilt es, folgende Punkte abzuarbeiten: Handelt es sich um den richtigen oder die richtige Patient*in? Um welchen Eingriff geht es? Wo ist der Eingriffsort? Ist der/die Patient*in richtig gelagert? Sind alle Materialien vorhanden? Alle Instrumente? Während des „Team-Time-Out“ ruhen alle Aktivitäten, ohne die Sicherheit der Patient*innen zu gefährden. Das Augenmerk ist auf die aktive Verifizierung gerichtet.

Bevor der/die Patient*in den Operationsraum verlässt, erfolgt das „Sign-out“. Dabei wird der Eingriff genau benannt, es werden die Instrumente auf ihre Vollständigkeit gezählt und entnommene Präparate gekennzeichnet. Etwaige Fehlfunktionen von Medizingeräten werden dokumentiert und die postoperative Behandlung besprochen.

Während der OP ist der Operateur angehalten, den jeweilig nächsten Behandlungsschritt anzukündigen, damit das OP-Team sich darauf einstellen kann. Es ist dringend anzuraten, sofort nachzufragen, falls eine Anweisung nicht verstanden wurde. So wird Missverständnissen und Fehlern vorgebeugt.

Oft ist zu hören, dass der OP ein guter Ort sei, mit Kolleg*innen Small Talk zu führen. Gerne wird über das Wetter, Sport oder Urlaub gesprochen. Doch auch ein lockeres OP-Gespräch sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Patienten, der Patient auf dem OP-Tisch im Zentrum der Aufmerksamkeiten steht!

Im nächsten telc Mediblog lesen Sie einen Beispieldialog vor und während einer OP.

Unsere Blogautor*innen: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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