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Oktober 2019

In der Zahnarztpraxis – Die OP

Patient Peter Hopkins wird der Weisheitszahn gezogen.

Der obere rechte Weisheitszahn, also der dritte Molar, auch „Achter“ genannt, des Patienten Peter Hopkins muss aufgrund profunder Karies extrahiert werden. Auf eine Wurzelbehandlung wurde auch auf Wunsch des Patienten verzichtet. In der Zahnarztpraxis Dr. König hat das Personal alles für den Eingriff vorbereitet.

ZFA: Herr Hopkins, kommen Sie mit ins Behandlungszimmer und nehmen Sie bitte auf dem Behandlungsstuhl Platz. Ich lege Ihnen mal eine Schutzserviette um. Dr. König ist gleich bei Ihnen.

Hr. Hopkins: Ok. Danke.

Dr. König: Guten Morgen Herr Hopkins, wie geht es Ihnen?

Hr. Hopkins: Mit den Schmerzmitteln sind die Schmerzen erträglich, aber lange halte ich das nicht mehr aus.

Dr. König: Dann ist es ja gut, dass wir den Zahn heute entfernen. Ich betäube die Region um den Zahn erst einmal.

Hr. Hopkins: Örtlich, oder bekomme ich eine Narkose?

Dr. König: Eine Vollnarkose halte ich für diese Extraktion nicht für notwendig. Gerade im Oberkiefer ist das relativ unkompliziert und der Weisheitszahn liegt ja komplett frei, sodass ich weder Freilegen noch Fräsen muss. Die Extraktion Ihres Weisheitszahns unterscheidet sich nicht von einer herkömmlichen Entfernung. Also sind Sie mit einer örtlichen Betäubung einverstanden?

Hr. Hopkins: Ja, in Ordnung. Ich hatte mir das dramatischer vorgestellt.

Dr. König (lacht): Gut. Hatten Sie schon einmal eine allergische Reaktion auf eine Lokalanästhesie?

Hr. Hopkins: Ich kann mich an nichts dergleichen erinnern. Aber Angst vor Spritzen habe ich.

Dr. König: Verstehe, dann bekommen Sie jetzt erst einmal eine Oberflächenanästhesie. Ich benutze ein Spray, das bewirkt, dass Sie den Einstich weniger spüren.

Hr. Hopkins. Danke. Ich hab da offensichtlich irgendein Kindheitstrauma…

Dr. König: Na dann legen wir mal los. Jetzt kommt ein kleiner Picks und noch einer.

Hr. Hopkins: Fffffffff

Dr. König: Gut. Geschafft. Jetzt warten wir ein paar Minuten bis die Betäubung wirkt.
Ich bin gleich wieder bei Ihnen.

Kurze Zeit später.

Dr. König: Spüren Sie schon ein Kribbeln?

Hr. Hopkins: Ja. Ziemlich doll.

Dr. König: Gut. Dann machen wir kurz einen Test. Spüren Sie das (Dr. König hält einen kalten Tupfer an den Zahn und das Zahnfleisch)

Hr. Hopkins: Nein. Nichts.

Dr. König: Gut dann fangen wir an. Machen Sie Ihren Mund mal ganz weit auf. Wenn Sie Schmerzen haben sollten, dann rühren Sie sich bitte sofort, ja?

ZVK: Heben Sie einfach Ihren linken Arm kurz an, dann wissen wir Bescheid.

Hr. Hopkins nickt.

Dr. König: Ich locker Ihren Zahn erst und ziehe ihn dann…..so jetzt ruckelt es ein bisschen und wir haben es geschafft.

Hr. Hopkins: Ah.

Dr. König: So, ich reinige noch den Knochen und drücke die Wundränder zusammen, nähen müssen wir nichts, das sieht gut aus. So, und jetzt bekommen Sie einen Tupfer aus Mull und auf den beißen Sie jetzt drauf und behalten den ein paar Stunden im Mund, damit sich ein Blutpfropfen bilden kann und die Wunde gut verheilt.

Hr. Hopkins (murmelt): Wie lange dauert das?

Dr. König: Bis die Wunde heilt? Die Blutung sollte in ein paar Stunden gestillt sein, die vollständige Wundheilung dauert ein paar Wochen. Im Oberkiefer verläuft der Heilungsprozess deutlich schneller als im Unterkiefer, da der Oberkieferknochen besser durchblutet ist. Aber die Heilung hängt auch von Ihrem Verhalten ab. In Ihrem Anamnesebogen steht, dass Sie rauchen. Darauf würde ich an Ihrer Stelle in den nächsten Tagen verzichten. Und bis die Betäubung zurückgeht, also 2 Stunden, bitte nichts trinken, vor allem nichts Heißes.

Hr. Hopkins stöhnt.

Dr. König: Wenn Sie merken, dass die Blutung schlimmer wird, die Schwellung nicht zurückgeht, starker Mundgeruch auftritt, Sie Fieber, Schüttelfrost oder Schluckbeschwerden kriegen oder sich die Schmerzen verschlimmern, dann kommen Sie unbedingt gleich zu uns.

Hr. Hopkins: Oh Gott..

Dr. König: Keine Panik. Das ist nur ganz selten der Fall. Aber so eine Wundinfektion muss zügig behandelt werden. Rauchen, Kaffee, Alkohol behindern die Wundheilung. Ich schreibe Ihnen eine antiseptische Mundspülung auf, mit der spülen Sie morgens und abends nach dem Zähneputzen den Zahn.

Hr. Hopkins: Zähneputzen kann ich aber, oder?

Dr. König: Ja, aber lassen Sie die nächsten Tage die Stelle mit der Wunde aus. Möchten Sie noch ein Rezept für ein Schmerzmittel?

Hr. Hopkins: Bitte.

Dr. König: Ich schreibe Ihnen Ibuprofen 400 auf. Nehmen Sie alle 12 Stunden eine, bei Bedarf. Bitte nehmen Sie kein Aspirin, das fördert die Blutung, ja?

Hr. Hopkins: Ja. Danke.

ZVK: Wie fühlen Sie sich Herr Hopkins? Möchten Sie noch einen Moment im Wartezimmer Platz nehmen?

Hr. Hopkins: Nein, danke. Ich will jetzt nur heim in mein Bett.

Dr.König: Gute Besserung und wenn was ist, dann melden Sie sich gleich!

Unsere Blogautoren: Jana Kirchberger und Markus Ammon


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