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Juni 2018

Ein Fall für Dr. Irina Volkova – Aufklärungsgespräch

Dr. Volkova führt mit der 70-jährigen Patientin, Frau Voss, die mit akuter Atemnot in die Klinik eingeliefert worden war, ein Aufklärungsgespräch.

Dr. Volkova: Guten Morgen, Frau Voss, wie geht es Ihnen denn heute?

Fr. Voss: Danke, Frau Doktor, mir geht es etwas besser. Der Husten ist weg und ich bekomme wieder mehr Luft.

Dr. Volkova: Das ist gut zu hören. Wir wissen mittlerweile auch besser, was zu Ihren Beschwerden geführt hat.

Fr. Voss: Was habe ich denn nun?

Dr. Volkova: Bei Ihnen liegt eine Lungenembolie vor, Frau Voss.

Fr. Voss: Was? Das ist doch gefährlich, oder? Ist das überhaupt heilbar?

Dr. Volkova: Ja schon. Eine Lungenembolie ist tatsächlich eine ernsthafte Erkrankung und es ist gut, dass Sie rechtzeitig behandelt werden konnten. Mit der richtigen Therapie und Ihrer aktiven Mithilfe sind die Heilungschancen aber sehr gut.

Fr. Voss: Und was kann ich tun?

Dr. Volkova: Darüber sprechen wir gleich. Erst einmal möchte ich Ihnen erklären, was bei Ihnen vorliegt und wie es wahrscheinlich dazu kam. Eine Lungenembolie ist ein Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien. Das passiert normalerweise wegen eines eingeschwemmten Blutgerinnsels. In Ihrem Fall stammt das aus einer Beinvene, in der sich eine Thrombose gebildet hat.

Fr. Voss: Sie meinen meine Krampfadern, oder?

Dr. Volkova: Ja. Die sind sichtbare Anzeichen für eine tiefe Beinvenenthrombose. Wir haben in einer Untersuchung Abbauprodukte von Blutgerinnseln finden können. Die Blutgasanalyse hat gezeigt, dass ein massiver Sauerstoffmangel vorliegt. Daraufhin haben wir ja ein CT gemacht und in dieser Angiografie die Lungenembolie bestätigen können. Mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens konnten wir abklären, dass die Auswirkungen auf Ihre rechte Herzseite glücklicherweise nicht so stark sind.

Fr. Voss: Das ist gut, oder?

Dr. Volkova: Ja, aber wir müssen noch über die Ursachen Ihrer Embolie sprechen. Durch das lange Sitzen im Flugzeug und den Flüssigkeitsmangel während des Flugs kam es zu der akuten Situation, in der sich der Blutpfropf aus Ihrer Beinvene gelöst hat und zur Lunge gewandert ist. Ursächlich ist für Ihre Thrombose aber unter anderem Ihr langjähriger Nikotinkonsum verantwortlich. Außerdem sind Sie stark übergewichtig und nehmen ein Hormonpräparat ein.

Fr. Voss: Das hat mir doch mein Hausarzt verschrieben!

Dr. Volkova: Sicher – und auch nicht ohne Grund. In Ihrem Alter und bei der mangelnden Bewegung kommt es schnell zu einem Knochenabbau, dem das Medikament entgegenwirken soll. Leider hat das wie jedes andere Medikament auch manchmal Nebenwirkungen. So wie die, mit der wir es jetzt zu tun haben.

Fr. Voss: Und was heißt das jetzt für mich?

Dr. Volkova: Um diese Erkrankungen in den Griff zu bekommen, Frau Voss, sollten Sie dringend etwas an Ihren Lebensgewohnheiten ändern.

Fr. Voss: Was meinen Sie denn da konkret?

Dr. Volkova: Natürlich rate ich Ihnen dringend, mit dem Rauchen aufzuhören und erheblich an Gewicht zu verlieren. Das geht am besten durch eine Ernährungsumstellung und moderate, aber regelmäßige Bewegung. Dann können Sie eventuell auch bald das Hormonpräparat weglassen.

Fr. Voss: Wo bleibt denn da die Lebensfreude?

Dr. Volkova: Sie werden schnell sehen, um wieviel besser Sie sich fühlen, wenn Sie meine Empfehlungen umsetzen. Sie unternehmen doch gerne weite Reisen mit Ihrem Mann und möchten ein aktives Leben genießen. Langstreckenflüge wie der letzte stellen aber bei Ihrem jetzigen Gesundheitszustand ein hohes Risiko dar. Wenn Sie darauf nicht verzichten möchten, dann sollten Sie jetzt aktiv werden.

Fr. Voss: Na ja, das wäre mir schon wichtig.

Dr. Volkova: Gut, dann besprechen wir jetzt noch, wie es weitergehen soll. Wir haben ja bereits mit der Therapie begonnen. Zur Gerinnungshemmung wurde Ihnen Heparin gespritzt und das machen wir noch fünf Tage weiter.

Fr. Voss: Muss ich so lange hierbleiben?

Dr. Volkova: Wir würden Sie gerne noch zwei Tage zur Beobachtung dabehalten. Dann können Sie erst mal nach Hause und sich die Spritzen von Ihrem Hausarzt geben lassen. Der beginnt dann auch mit der Umstellung der Heparingabe auf Tabletten, auch ein Blutverdünnungsmittel, das weitere Blutgerinnsel vermeiden soll.

Fr. Voss: Und wie lange muss ich das nehmen?

Dr. Volkova: Ich gehe erst mal von einem halben Jahr aus. Wie sich das in Zukunft gestaltet, hängt auch von der Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten ab.

Fr. Voss: Verstehe. Dann werd ich mal ernsthaft darüber nachdenken, mit dem Rauchen aufzuhören und etwas abzunehmen.

Blogautoren: Markus Ammon und Jana Kirchberger

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