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Mai 2018

Ein Fall für Dr. Irina Volkova – Anamnesegespräch Teil 1

So führen Sie Anamnesegespräche richtig durch

Dr. Irina Volkova, eine ukrainische Internistin, ist seit drei Jahren in einem großen Krankenhaus in München tätig. Während ihrer Nachtschicht wird sie von einer Kollegin in die Notaufnahme gerufen, um sich eine gerade eingelieferte Patientin mit starker Atemnot anzusehen.

Dr. Volkova: Hallo Frau Voss, mein Name ist Volkova, ich bin die behandelnde Ärztin hier in der Notaufnahme. Sie wurden ja gerade mit Sauerstoff versorgt – wie geht es Ihnen denn jetzt?

Fr. Voss: Schon etwas besser, aber beängstigend ist das alles schon!

Dr. Volkova: Fühlen Sie sich denn in der Lage, mir jetzt ein paar Fragen zu beantworten, oder brauchen Sie noch etwas Ruhe?

Fr. Voss: Nein, nein. Das geht schon.

Dr. Volkova: Gut. Können Sie mir bitte Ihre Beschwerden genauer beschreiben, Frau Voss?

Fr. Voss: Also, ich hab’ ja vor ein paar Stunden noch im Flugzeug gesessen und da fing es plötzlich an: Ich hab’ kaum noch Luft bekommen und meine Brust war wie abgeschnürt. Ich dacht’ echt, jetzt ist es aus.

Dr. Volkova: Sie sagen, Sie saßen im Flugzeug? Von woher sind Sie denn gekommen? Und wie lange hat der Flug gedauert?

Fr. Voss: Wir, also ich und mein Mann, kommen gerade aus dem Urlaub zurück. Wir waren in den USA. Wir waren insgesamt so 12 Stunden unterwegs.

Dr. Volkova: Hatten Sie früher schon einmal ähnliche Beschwerden?

Fr. Voss: Nein, noch nie. Das war ein kleiner Schock.

Dr. Volkova: Gab es neben der Luftnot und dem Engegefühl noch andere Beschwerden?

Fr. Voss: Ja, ich musste plötzlich ganz stark husten.

Dr. Volkova: War der Husten mit Auswurf?

Fr. Voss: Nein, da kam nix raus, das war ein ganz trockener Husten. Mir tut jetzt noch der Hals davon weh.

Dr. Volkova: Gab es denn irgendeinen Auslöser für die Beschwerden?

Fr. Voss: Na ja, ich hab’ neuerdings Flugangst, das könnte schon damit zusammenhängen.

Dr. Volkova: Was haben Sie denn gegen den Husten und die Atemnot unternommen?

Fr. Voss: Die Stewardess war ganz besorgt. Sie hat mich mit Getränken versorgt und dann wurde sogar eine Durchsage gemacht, ob ein Arzt an Bord sei. Aber leider war keiner unter den Passagieren. Ich wurde dann in die erste Klasse gebracht. Dort konnte ich mich hinlegen und dann ging es etwas besser.

Dr. Volkova: Das heißt, Sie haben keine Medikamente eingenommen seit dem Anfall?

Fr. Voss: Nein, ich hab’ im Krankenwagen gleich Sauerstoff bekommen, aber das war alles.

Dr. Volkova: Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, Frau Voss?

Fr. Voss: Nur so ein Hormonpräparat. Das hat mir der Hausarzt verschrieben – gegen meine Osteoporose.

Dr. Volkova: Seit wann nehmen Sie das?

Fr. Voss: Seit ungefähr zwei Jahren.

Dr. Volkova: Sonst noch was?

Fr. Voss: Nein, nur hin und wieder eine Kopfschmerztablette.

Dr. Volkova: Leiden Sie unter Allergien? Oder Unverträglichkeiten?

Fr. Voss: Das wäre mir neu.

Dr. Volkova: Also keine chronischen Erkrankungen. Sind Sie wegen anderer Erkrankungen schon in Behandlungen gewesen oder gab es Krankenhausaufenthalte?

Fr. Voss: Ich geh’ regelmäßig zur Vorsorge, richtig krank war ich eigentlich noch nie.

Dr. Volkova: Frau Voss, wie sieht es mit dem Konsum von Zigaretten und Alkohol aus?

Fr. Voss: Also rauchen tue ich schon, aber Alkohol rühr ich nicht an.

Dr. Volkova: Wie viele Zigaretten pro Tag?

Fr. Voss: Eine Schachtel. Ich weiß, was Sie gleich sagen werden.

Dr. Volkova: Wie lange rauchen Sie schon?

Fr. Voss: Über 30 Jahre.

Dr. Volkova: Gut, Frau Voss, ich bräuchte dann noch ein paar Angaben zu Ihrer Person.

Unsere Blog-Autoren: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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