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Oktober 2018

Die Übergabe

Das Pflegepersonal von Früh- und Spätschicht bespricht zur mittäglichen Übergabe den Skiunfall des jungen Herrn Alois Huber.

Auf der unfallchirurgischen Station eines großen Klinikums in den bayrischen Alpen trifft sich das Pflegepersonal von Früh- und Spätschicht zur mittäglichen Übergabe. Das Personal der Frühschicht (Pfleger Emil und Pfleger Piotr) berichten der Spätschicht (Schwester Nina und Schwester Amira).

Pfleger Emil: Wir haben einen Neuzugang auf Zimmer 3, den jungen Herrn Alois Huber. Skiunfall, sieht böse aus, hat viele Platzwunden und einen fiesen Oberschenkelhalsbruch. Dr. Kunz hat ihn schon wieder ganz gut zusammengeflickt, aber um eine OP kommt er nicht herum. Die ist aber auf morgen angesetzt worden, da ist unsere Spezialistin wieder im Haus, ihr wisst ja, Dr. Schwarzer mit den Zauberhänden…

Schwester Nina: Nun aber mal Spaß bei Seite, Emil. Hast du den OP schon vorbestellt?

Pfleger Emil: Klaro. Alles paletti. Ihr müsstet später nochmal seine Verbände checken, der hat stark geblutet und braucht sicher einen Verbandswechsel.

Schwester Nina: Sonst noch was zu beachten?

Pfleger Emil: Nee, nur das Übliche. Er hat leicht erhöhte Temperatur. Da muss man dranbleiben

Schwester Nina: Wie geht es denn Frau Lennart auf Zimmer 4?

Pfleger Piotr: Ihr geht es besser. Sie hat sich ganz gut von der Wirbelsäulen OP erholt und sich schon über das Essen beschwert (lacht).

Schwester Amira: Ich finde es total krass, dass die 5 Jahre lang mit angebrochener Wirbelsäule unterwegs war.

Pfleger Piotr: Ja, wenn die keine neurologischen Probleme bekommen hätte, wäre das vielleicht nie entdeckt worden. Sie soll ab morgen schon leicht Physio bekommen, hab schon einen Termin vereinbart. Dr. Fischer will sie möglichst bald auf die Reha verlegen.

Schwester Nina: Ja, wir brauchen jetzt jedes Bett. Die Skisaison hat begonnen!

Pfleger Emil: Mal nicht den Teufel an die Wand, Nina. Wenn es weiterhin so sonnig ist, ist es bald aus mit dem Schnee.

Schwester Nina: Dann haben wir immer noch die Raser. Frau Zicher, auf Zimmer 7 soll ja mit 120 km/h durch den Ort gerast sein, bevor sie in den Bus fuhr.

Pfleger Piotr: Ja die hatte ganz schön was getankt. Dr. Fink bittet auch darum, dass wir sie dezent auf die Suchttherapieangebote hier im Ort aufmerksam machen. Die Innere hat uns ganz schön hohe Leberentzündungswerte geschickt. Wenn die ihre Rippenbrüche und das Schädelhirntrauma auskuriert hat, muss sie einen Entzug machen.

Schwester Amira: Ich hatte Herrn Zicher gestern gesagt, dass er seiner Frau keinen Prosecco auf Station mitbringen darf. Ob er sich daran hält, weiß ich natürlich nicht.

Pfleger Piotr: Nina, sprich du doch mal mit der Zicher. Eure Kinder gehen doch in die gleiche Klasse, oder?

Schwester Nina: Eigentlich ist mir das unangenehm, aber wenn du meinst, versuch ich mal mein Glück.

Pfleger Emil: Glaubt ihr wirklich, dass das so eine gute Idee ist? Was der Fink sich so denkt,...

Hauptsache, er muss sich nicht um die heiklen Dinge kümmern, oder?
Hat der Dr. Fischer nicht gerade erst so eine Weiterbildung mit Schwerpunkt Suchttherapie gemacht? Sprich doch lieber erst mal mit ihm, Nina.

Schwester Amira: Ja richtig, das ist eine gute Idee. Und dann kann er auch gleich mal mit Frau Zichers Mann sprechen, ohne seine Unterstützung geht da sicher nichts voran.

Schwester Nina: Emil, sag mir nochmal, wie es mit Frau Lennart aussieht, diese Zuckungen, wie heißt das noch, Ble.., Bla...

Schwester Amira:  Blepharospasmus!

Schwester Nina:  Du Streberin (lacht)! Aber genau, ist das jetzt besser geworden nach der OP?

Pfleger Emil: Also mir ist das nicht mehr aufgefallen. Scheint sich erledigt zu haben.

Schwester Nina: Sehr gut, das sah schon sehr anstrengend aus, das dauernde Zwinkern und Grimassen schneiden. Da geht's ihr jetzt sicher viel besser. Ich schau dann mal gleich nach ihr.

Schwester Amira: Mach das. Ich dreh eine Runde bei den anderen Patienten und bereite dann die Dispenser für alle vor.

Pfleger Piotr: Vorbildliche Arbeitsteilung nenne ich das (schmunzelt). Ich mach mich dann mal vom Acker. Frohes Schaffen euch beiden und bis morgen, in alter Frische!


Unsere Blogautoren: Markus Ammon und Jana Kirchberger

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