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August 2018

Diagnose: Meningitis

Dr. Pano Mastichides bespricht den Befund des kleinen Mohammad mit seinem erfahrenen Kollegen Anatol.

Der aus Griechenland stammende Kinderarzt Dr. Pano Mastichides hat gerade bei dem 5-jährigen Mohammad zur Klärung eines Meningitisverdachts eine Lumbalpunktion durchgeführt. Mit seinem erfahrenen Kollegen Anatol bespricht er den Befund.

Pano: Was sagst du, sieht trüb aus, oder?

Anatol: Ja, eitrig-trüb, auf jeden Fall.

Pano: Hm, o.k.

Anatol: Ja. Lass uns noch einen Pandy-Test machen. Weißt du, wo die Stix liegen?

Pano: Da frag ich Aminata.

Aminata: Komm mal mit, Mohammad. Wir gehen mal kurz auf die Toilette. Wir brauchen noch eine kleine Pinkelprobe von dir.

Anatol: Jetzt müssen wir abwarten, was das Labor zur Zellzahl und zu den Laktatwerten sagt.

Aminata: Hier kommt die Urinprobe.

Anatol: Da haben wir's ja. Pandy positiv.

Pano: Das ist dann also bakteriell.

Anatol: Kommst du jetzt allein klar?

Pano: Sicher. Vielen Dank nochmal für deine Hilfe, Anatol.

Nachdem die Laborergebnisse vorliegen, bittet Dr. Mastichides die Mutter von Mohammad zum Gespräch.

Dr. Mastichides: Gut, Frau Al Saleh, jetzt haben wir Ihren Sohn untersucht und alles abgeklärt.

Frau Al Saleh: Was ist los mit ihm, Herr Doktor?

Dr. Mastichides: Mein erster Verdacht auf Meningitis, also Gehirnhautentzündung, hat sich bestätigt.

Frau Al Saleh: Ist das gefährlich?

Dr. Mastichides: Es ist gut, dass Sie frühzeitig zu uns gekommen sind. Jetzt können wir Mohammad gut behandeln. Ihr Sohn hat eine Meningokokken-Infektion.

Frau Al Saleh: Muss er im Krankenhaus bleiben?

Dr. Mastichides: Ja. Wir verlegen ihn gleich auf die Kinderintensivstation. Dort können wir uns am besten um ihn kümmern.

Frau Al Saleh: Das ist schlimm, oder?

Dr. Mastichides: Machen Sie sich nicht zu große Sorgen, die meisten Fälle sprechen auf die Therapie gut an. Jetzt möchte ich aber noch ein paar Fragen stellen: Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt?

Frau Al Saleh: Wir sind zu fünft. Mein Mann und zwei Geschwister. Aber wir wohnen ja noch in der Flüchtlingsunterkunft.

Dr. Mastichides: Ach so. Hatte Mohammad außer zu seiner Familie noch engeren Kontakt zu anderen Personen?

Frau Al Saleh: Nein, er spielt nur mit seinen Geschwistern, die sind ja auch noch klein, 4 und 2 Jahre alt.

Dr. Mastichides: Gut. Frau Al Saleh, zur Vorbeugung verschreibe ich Ihnen und Ihrer Familie ein Antibiotikum. Auf dem Rezept steht genau, wer wie viel nehmen muss. Es ist wichtig, dass alle Familienmitglieder das gleich einnehmen. Sollte es jemandem plötzlich schlecht gehen, kommen Sie bitte sofort hierher.

Frau Al Saleh: Ja gut. Ich gehe jetzt zur Apotheke. Kann ich denn bei meinem Sohn übernachten?

Dr. Mastichides: Wenn er auf die Normalstation verlegt wird, bekommen Sie ein Familienzimmer. Jetzt muss sich Mohammad erstmal gut ausruhen. Er wird viel schlafen. Unsere Schwestern kümmern sich gut um ihn.

Frau Al Saleh: Wie lange muss er denn hier bleiben?

Dr. Mastichides: Das weiß ich noch nicht. Das Antibiotikum bekommt er jetzt erst einmal eine Woche. Dann sehen wir weiter.

Unsere Blogautoren: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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