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November 2017

Wege in offene Unterrichtsformen systematisch gestalten

Für einen handlungsorientierten Unterricht

Offene Unterrichtsformen versprechen bessere Lernerfolge – der Weg dahin muss jedoch mit einer den Teilnehmenden angemessenen Progression praktiziert werden.

Offene Unterrichtsformen finden unter dem Stichwort handlungsorientierter Unterricht statt, in dessen Verlauf die Teilnehmenden bestenfalls selbstständig angefertigte Handlungsprodukte erstellen, präsentieren und auswerten. Im DaZ-Unterricht können das Poster, Präsentationen oder Rollenspiele sein.

Die Teilnehmenden übernehmen dabei die Regie über ihr eigenes Lernen, bestimmen die Inhalte und Wege zum Ziel und steuern selbstständig den persönlichen Lernprozess. Selbst gesteuertes Lernen ist also eines der wesentlichen Ziele im handlungsorientierten DaZ-Unterricht. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, das lernungewohnte Teilnehmende oder solche mit Schulerfahrungen aus autoritären Unterrichtsformen komplett umschalten müssen.

Die goldene Regel heißt: die Teilnehmenden dort abholen, wo sie sind. Sollte das für den Großteil der Teilnehmenden beispielsweise Frontalunterricht bedeuten, nimmt man Berührungsängste und Lernbarrieren vorweg, indem man auch in dieser Sitzform den Kurs beginnt. Selbst gesteuerte Lernprozesse müssen allmählich und in Kombination mit neuen Übungs- und Sozialformen trainiert werden.

Auf Anfängerlevel wie auch im Alpha-Bereich sind offene Unterrichtssequenzen mit dem Erstellen erster Handlungsprodukte, wie z. B. selbst angefertigter Wort- und Bildkarten, Memos oder Frage- und Satzpuzzel, verknüpft. Die Kursleitenden stellen das Arbeitsmaterial zur Verfügung und geben das Ziel vor (kurze Sätze mit „ist“ / W-Fragen und Antworten-Puzzle). Die Teilnehmenden bestimmen selbstständig, wie ihre Sätze lauten und aussehen.

Das Ergebnis ist also offen und mit der gemeinsamen Fehlerkontrolle am Ende werden erste Schritte zum späteren Feedback trainiert. Fehler sollten immer analysiert und gemeinsam in der Gruppe nach Alternativen gesucht werden. „Aus Fehlern lernen“ wird im handlungsorientierten Unterricht wörtlich genommen.

Mit dem Heranführen an neue Übungs- und Sozialformen, wie Partner- oder Gruppenarbeit, beginnt man bestenfalls auch allmählich die Sitzform der Übungsform anzupassen (U-Form, Inseln, Projekttische). Von hier aus ist der Weg zu Postern, Präsentationen, Dialogen, Rollenspielen oder sogar Szenarien geebnet. Wichtig ist, dass die Teilnehmenden die Aufgabenstellung kennen – also ein eindeutiges Ziel haben und eine Zeitvorgabe, innerhalb der sie ein Ergebnis erstellt haben sollten.

Mit dem Übergeben der Kontrolle über den Lernprozess durch die Kursleitenden an die Teilnehmenden wird lernerzentriertes Arbeiten möglich, was eine wichtige Prämisse im kommunikativen Unterricht ist. Die Teilnehmenden werden dadurch auf einen selbstständig zu bewältigenden Alltag wie auch Berufsalltag vorbereitet.
 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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