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Juni 2017

Besser unterrichten

Mnemotechnik I: Visualisierung

Wenn wir etwas dauerhaft behalten wollen, besteht der Trick darin, es ins Langzeitgedächtnis zu bekommen. Nehmen wir das klassische Vokabelpauken – der neue Wortschatz muss irgendwie ins Gehirn und sollte bei der nächsten Gelegenheit auch zu Verfügung stehen.

Aber genau dort ist das Problem, denn meistens sind die Vokabeln vom Vormittag am Nachmittag bereits verschwunden. Um also das Behalten zu unterstützen, spielt der Kontext, in dem Informationen erworben und gelernt werden, eine wichtige Rolle.

Kontexte erzeugt man z.B. indem man Fragen zum betreffenden Material stellt oder die neuen Wörter probeweise in schriftlicher und mündlicher Form anwendet. Außerdem sollte neuer Wortschatz in Wortfamilien, Wort- oder auch Sachfeldern präsentiert werden. Ebenso hilfreich ist es, Vokabeln in Hierarchien zu strukturieren, Über- oder Unterordnungen herzustellen und/oder durch Mindmapping abzubilden.

Am effektivsten aber ist es, Mnemotechniken im Kurs anzuwenden und den Teilnehmenden bewusst zu machen. Mnemotechniken sind kognitive Techniken zur Verbesserung des Gedächtnisses. Das betrifft assoziative Merk- oder Lernhilfen durch räumliche Vorstellung, Bilder, Merksprüche oder auch Reime. Die Großeltern nannten das einfach Eselsbrücken.

Ganz vorne liegen dabei die Visualisierungen: Verknüpfungen mit Bildern, die möglichst bunt, komisch oder absurd sein sollten, denn seltsamerweise funktioniert unser Hirn am besten, wenn gleichzeitig starke Emotionen im Spiel sind.

Probieren Sie es aus. Lassen Sie Ihre Gruppe den neuen Wortschatz zeichnen. Lassen Sie Assoziationen (auch im Klang) sowie Rückschlüsse auf die Mutter- oder andere Sprachen zu und geben Sie den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre ganz eigenen Merkhilfen zu finden und abzubilden. Planen Sie Zeit für diese Prozesse ein! Sie kommt Ihnen in den nächsten Stunden zu Gute, wenn ihre Teilnehmenden den Wortschatz auf Knopfdruck parat haben.

Durch die Anwendung von Mnemotechniken werden die Vernetzungen im Gehirn deutlich verbessert. Neue synaptische Verbindungen (Neuroplastizität) werden erzeugt und in manchen Regionen des Gehirns wird sogar die Neubildung von Gehirnzellen (Neurogenese) gefördert. Beide Prozesse lassen sich durch gezieltes Training intensivieren.

Das Schöne an der Visualisierung ist die Tatsache, dass meistens mit viel Freude und Fantasie gezeichnet und gemalt wird und der eigentliche Effekt aber ein nachhaltiger Lerneffekt ist. Visualisierungen lassen sich im Kurs leicht praktizieren und bereiten das Erlernen anderer Mnemotechniken (z.B. der Schlüsselwortmethode) vor.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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