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Dezember 2018

Am Anfang war das A

Wie übt man phonologische Bewusstheit?

Schon Johann Gottfried Herder kannte die Antwort auf die Frage zur phonologischen Bewusstheit: „Das Ohr ist die erste Lehrmeisterin der Sprache“.

Nicht nur für Analphabeten, auch für jeden ungeübten Hörer einer Fremdsprache ist das, was da auf ihn niederprasselt, zuallererst ein unsortierter Salat, ein Brei aus Lauten, Geräuschen, Tönen, die erst durch gezieltes Hören sortiert werden können.

Die Fähigkeit, die Segmente der gesprochenen Sprache zu erkennen und zu manipulieren, bezeichnet man als phonologische Bewusstheit. Für den Schriftspracherwerb sind die Lauterkennung, Lautzerlegung und Lautunterscheidung unverzichtbar. Es geht hierbei also um das Begreifen, dass Sprache eigentlich eine lineare Sequenz von Einzellauten mit bedeutungsunterscheidender Funktion (Phonem) ist, die in alphabetischen Schriften, wie dem Deutschen, durch separate Symbole (Grapheme) repräsentiert sind.

Für Lernende in Alpha-Kursen geht es darum, zu begreifen, dass Gehörtes aus Sätzen, diese Sätze aus Wörtern, die Wörter wiederum aus Silben und die Silben schließlich aus Lauten bestehen. Der Anfang von allem ist also das A – oder allgemeiner ausgedrückt, der isolierte Laut.

Um die phonologische Bewusstheit auszubilden, muss die Aufmerksamkeit auf die formalen Eigenschaften der gesprochenen Sprache gelenkt werden. Im kindlichen Schriftspracherwerb ist hierbei zum Beispiel der Umgang mit Reimen eine ganz wesentliche Etappe.

Hörübungen stehen im Alphabetisierungsunterricht am Anfang des Schriftspracherwerbs. Um das Gehör erst einmal zu schulen, bieten sich Übungen mit Alltagsgeräuschen an. Das Smartphone ist dabei ein willkommenes Medium. Alltagsgeräusche können von Kursleitenden oder von den Teilnehmenden selbst aufgenommen und identifiziert werden.

Geräusche zu imitieren wäre ein nächster Schritt. Wie klingt ein Wasserkocher, ein Auto, eine Gardine, die zugezogen wird, ein Kind, das weint und so weiter. Damit kann schließlich ein Übergang zum Identifizieren der Phoneme gestaltet werden.

Eine von vielen Möglichkeiten ist die Arbeit mit Anlauten. Es bietet sich an, mit den Vokalen zu starten. Die Teilnehmenden sollen dabei erkennen, mit welchem Laut ein Wort beginnt (Lautisolation). Kursleitende können beispielsweise die Aufgabe erteilen, dass die Teilnehmenden einen Schritt gehen (oder – schon schwieriger – das Kärtchen mit dem entsprechenden Buchstaben zeigen), wenn sie ein A hören. Auch die Arbeit mit Realien kann dabei eingebunden werden, indem aus einer Vielzahl von Gegenständen diejenigen, die mit einem A beginnen, herausgesucht werden sollen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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