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Wie Studierende von der SQ3R-Methode profitieren

Die Anforderungen an die Fertigkeit Lesen und das damit zusammenhängende Textverständnis sind im Studium außerordentlich hoch. Der akademische Alltag verlangt von internationalen Studierenden einen absolut souveränen Umgang mit komplexer Fachliteratur. Studierende müssen in der Lage sein, riesige Textmengen in kürzester Zeit nicht nur zu rezipieren, sondern auch kritisch zu analysieren, Verbindungen herzustellen und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Akademische Texte zeichnen sich überdies nicht nur durch eine extreme Informationsdichte aus, auch die Grammatik ist hochkomplex. Passivkonstruktionen, Schachtelsätze, Komposita sind Herausforderungen, die bei nicht deutschsprachigen Studierenden zu den Anforderungen im fremdsprachlichen Wortschatz noch hinzukommen.

Ohne effiziente und strukturierte Lesetechniken und Texterschließungsstrategien kommt man hier nicht mehr weiter, denn einfaches „Durchlesen“ der Texte führt selten zum Ziel. Der Text wurde zwar gelesen, aber der Inhalt kann in der Regel nicht reproduziert und noch weniger zusammengefast werden. Einen Text verstehen, heißt eben auch mit dem Text kognitiv zu arbeiten.

Die SQ3R-Methode wurde speziell für den Kontext Studium und Universität entwickelt. Gerade für DaF/ DaZ-Lernende auf hohen GER-Kompetenzstufen ist sie enorm hilfreich, da sie Texte in logische, bewältigbare Segmente zerlegt und dem Gehirn eine klare kognitive Orientierung gibt.

In der Survey-Phase wird das Vorwissen aktiviert, was, wie verschiedene Studien belegen (u.a. Kintsch & McNamara, 1996) einen direkten Effekt auf das Leseverständnis hat. Durch das anschließende gezielte Formulieren von Fragen an den Text (Question) wird das selektive Lesen gefördert, mit dem entscheidenden Nebeneffekt, dass das Nachschlagen jedes einzelnen unbekannten Wortes im Wörterbuch in den Hintergrund rückt.

Das eigentliche Geheimrezept für das Durchdringen eines Textes liegt jedoch in der Phase des lauten Wiedergebens (Recite). Das Zusammenfassen des Gelesenen in eigenen Worten deckt Verständnislücken sofort auf. Hier zeigt sich, ob die Lernenden den Inhalt wirklich verstanden haben oder ob lediglich sprachliche Versatzstücke auswendig aufgesagt werden. Diese Phase ist im Unterricht wie auch im Selbststudium unbedingt anzuwenden.

Ein zusätzlicher Effekt für den Deutschunterricht mit Erwachsenen liegt hier im kooperativen Arbeiten, nämlich dann, wenn Lernende sich gegenseitig unterstützen, korrigieren, zuhören und bei Unklarheiten nachfragen.