Moderationsmethoden zur Aktivierung der Lernenden
Schon seit den 1970er Jahren werden in Planungs- und Entscheidungsprozessen in Unternehmen erfolgreich Moderationsmethoden eingesetzt, um gemeinsame Entscheidungsfindungen zu unterstützen. Der Beitrag jeder einzelnen Person ist gefragt. Man arbeitet zusammen, löst Probleme und die Gruppe wird gestärkt.
Das alles sind Kriterien, die dafür sprechen, Moderationsmethoden auch im Deutschunterricht mit Erwachsenen zu nutzen. Im Selbstbild vieler Kursleitender in Deutschkursen ist die Moderator:innenrolle bereits selbstverständlich.
Bei der Moderation gibt es verschiedene Herangehensweisen, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Ziel und der Fragestellung zu beachten sind. Gern genommen wird die Arbeit an einer Pinwand und mit Moderationskarten. Aus Weiterbildungen und Qualifizierungen kennen die meisten auch den sogenannten Moderationskoffer, der die passenden Werkzeuge für diese Methode enthält.
Die Arbeit mit der Pinwand eignet sich hervorragend, um in der Gruppe Ideen zu produzieren, zu sammeln, zu visualisieren, zu ordnen, zu bewerten und letztendlich auch, um gemeinsam Entscheidungen zu fällen. Bewährt haben sich dabei Moderationskarten in verschiedenen, nicht zu grellen Farben (Lesbarkeit!) und in verschiedenen Formen.
So kann zum Strukturieren und Gewichten von Ideen eine Wolke die Hauptüberschrift bzw. die Fragestellung enthalten, während ovale Kärtchen Stichworte und Ergänzungen beinhalten. Kreise eignen sich zum Beispiel für Nummerierungen. Gleiche Farben bedeuten gleiches Thema oder gleiche Ideen. Mit jedem Farbwechsel der Moderationskarten wird auch ein Wechsel in der Bedeutung visualisiert.
Im Sprachunterricht lässt sich das sehr gut zum Erarbeiten von Textzusammenhängen anwenden, selbstverständlich auch für die Wortschatzarbeit oder für die Prüfungsvorbereitung unter thematischen Gesichtspunkten. Wichtig ist, dass die Lernenden die aktiven Personen sind und die Lehrkraft lediglich moderiert.
Auch in Online-Seminaren lässt sich das Arbeiten mit der Pinwand umsetzen. Allerdings ist die Pinwand hier virtuell und die Lernenden befinden sich nicht im selben Raum. Viele Anbieter von Online-Learning-Plattformen bieten Werkzeuge, die man aus den traditionellen Workshops kennt, elektronisch an.
Interaktionsformen wie Brainstorming oder Brainwriting, Kategorisierung durch Mind-Mapping, Abstimmungen über Umfrage-Tools und Diskussionen in Chatfunktionen – das alles lässt sich auch im virtuellen Raum durch den Kursleitenden moderieren.
Damit ist der Weg geöffnet, im Online-Unterricht aufgabeorientiertes Arbeiten in Gruppen zu forcieren und die Lernenden auch im Online-Unterricht aktiv einzubinden.
