Tipps für den Unterricht
Unterrichtsphasen bewusst gestalten
Unterrichtsphasen sind wie ein Kinderkarussell. Verlässlich kommt immer das Gleiche nacheinander. Wie ein Grundbeat bestimmen die Unterrichtsphasen Einstieg, Erarbeitung und Sicherung den Rhythmus des Lernens. Spannend dabei ist, dass dieser Dreiklang ebenso vielfältige Formen annehmen kann, wie ein Musikstück. Und wie in der Musik gilt auch, das Ende nicht vor dem Mittelteil abzuspielen oder gar den Anfang wegzulassen.
Um es gleich vorwegzunehmen, ein guter Kurstag beginnt natürlich mit der Begrüßung, damit die Lernenden erst einmal ankommen können. Die Phase des Einstiegs in ein Unterrichtsthema hat eine Doppelfunktion. Zum einen dient sie als Hinführung, zum anderen soll sie aber auch motivieren. Letzteres erreicht man häufig durch Fragestellungen, die etwas mit dem Leben der Lernenden zu tun haben und neugierig machen. Mit der Einstiegsphase wird an das Vorwissen der Lernenden angeknüpft: Ein Aspekt, der in der Erwachsenenbildung ungeheuer wichtig ist. Man schafft einen transparenten Orientierungsrahmen, an dem die Lernenden erkennen, wo es hingehen wird.
Die nächste Phase, die der Erarbeitung, dient der Lösung einer Problemstellung und dem Wissens- oder Kompetenzzuwachs. Die Mittel und Wege sind dabei vielfältig. In der Phase der Sicherung werden schließlich die Kernpunkte des Erlernten überprüft, ausgewertet, gefestigt, vervollständigt, korrigiert und/ oder geübt.
Jetzt könnte es eigentlich von vorne anfangen, aber gerade für den Unterricht mit Erwachsenen, die in allem, was sie tun und lernen einen Sinn sehen möchten, hat sich der Abschluss mit einer Phase des Transfers bewährt. Die Transferphase soll das Anwenden des Erlernten im Alltag, also außerhalb des Kursraumes, anstoßen. Hier heißt es die Bedarfe der Lernenden abzugleichen, um damit kommunikative Situationen zu erzeugen. Somit können die Lernenden befähigt werden, die Unterrichtsinhalte für ihren Alltag brauchbar zu machen.
Aber langsam bitte! Es ist nicht zu erwarten, dass beispielsweise völlig neue grammatikalische Strukturen in der Transferphase, also direkt nach dem Üben, eins zu eins von den Lernenden korrekt angewandt werden können. Transfer bedeutet lediglich, die Türen des Kursraumes, bildlich gesprochen, nach außen zu öffnen.
Wer glaubt damit ist man Ende, irrt. Eine jede Stunde braucht neben einem guten Start auch einen guten Schluss. Der muss nicht lange dauern, aber sollte im zeitlichen Ablauf eingeplant werden. Auch hier bietet es sich an, Rituale wie eine Feedbackrunde oder gemeinsames aufräumen zu etablieren.