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Tipps für den Unterricht

DaF/DaZ-Wissensportals "Einfach machen"

von Anke Kuhnecke

Tipps für den Unterricht

Mit Traffic Light Reading Lesetexte besser verstehen

Textarbeit im Deutschunterricht mit Erwachsenen ist enorm wichtig, vor allem, wenn man auf die berufsorientierenden Kurse (BSK) schaut. Das Ziel im BSK ist, die Lernenden auf den beruflichen Alltag in Deutschland vorzubereiten, während sie gleichzeitig ihre Deutschkenntnisse weiterentwickeln.

Das geht nur, wenn die Textarbeit auch an möglichst authentischen Texten aus dem beruflichen Alltag erfolgt. Lesetexte im BSK sind demnach stark an die beruflichen Handlungsfelder geknüpft. Das Besondere ist, dass sie dem Spracherwerb ebenso wie dem Wissenszuwachs dienen.

Die Herausforderung dabei ist, dass sich die Lernenden neben dem berufsbezogenen Wortschatz auch mit komplexen grammatischen Strukturen auf höheren GER-Levels auseinandersetzen müssen. Eine gut ausgeprägte Lesefertigkeit steht dabei am Anfang von allem. Zu erkennen ist sie daran, dass die Lernenden fließend lesen, ohne regressive Sakkaden, also „Zurücklesen“. Auch die Blickspanne ist bei fließendem Lesen erweitert. Fließend zu lesen, bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Text auch verstanden wird.

Hier kommen die Texterschließungsstrategien ins Spiel. Eine davon ist das Positivlesen oder auch so genannte Traffic Light Reading. Hierbei wird mit Markierungen im Text in den Ampelfarben grün, rot und gelb gearbeitet. Gerade bei anspruchsvollen Texten sind diese Markierungen sehr hilfreich. Die Lernenden nutzen grüne Markierungen, um all das zu anzustreichen, was sie verstanden haben. Gelb nutzen sie, um Wortgruppen oder Wörter zu kennzeichnen, bei denen sie unsicher sind, aber dennoch glauben, sie können sie sich erschließen.

Hier greifen jetzt die aus der Wortschatzarbeit bekannten Strategien, wie die Suche nach Internationalismen oder nach Vokabular, das in der Muttersprache oder eventuell aus einer anderen Fremdsprache bekannt ist. Ebenso kommen an dieser Stelle die sprachimmanenten Ableitungsregeln ins Spiel. Aber auch der Kontext sollte für das Verständnis einbezogen werden.

Rot nehmen die Lernenden nur dann, wenn sie etwas überhaupt nicht verstehen. Um das kooperative Lernen zu fördern, folgt nun nach dem Lesen der Austausch mit anderen Lernenden. Hierbei kann man unterschiedlich vorgehen.

Zuerst werden nur die gelb markierten Stellen besprochen und dann die roten oder umgekehrt. Oftmals ergeben sich im Austausch der Lernenden untereinander nachhaltige AHA-Effekte. Alles, was die Lernenden dann immer noch nicht verstanden haben, muss selbstverständlich im Plenum geklärt werden.