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Tipps für den Unterricht

DaF/DaZ-Wissensportals "Einfach machen"

von Anke Kuhnecke

Tipps für den Unterricht

Der Unterschied zwischen DaF und DaZ

Die Abkürzung DaF bedeutet Deutsch als Fremdsprache und bezeichnet den Deutschunterricht im Ausland, wird also überall dort verwendet, wo Schüler:innen oder erwachsene Lernende die Zielsprache Deutsch nur im Unterricht erlernen.

DaZ dagegen heißt Deutsch als Zweitsprache und meint das Deutschlernen im Zielland selbst. Der Unterschied zwischen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache ist also spracherwerbstheoretisch definiert. Deutsch als Fremdsprache wird außerhalb Deutschlands angeboten. Für Lernende in Schulen in Frankreich oder Spanien oder für Studierende, die sich in ihrem Heimatland auf ein Studium in Deutschland vorbereiten. Das Deutsche wird dabei unter Anleitung im Unterricht, also gesteuert, erworben.

Deutsch als Zweitsprache dagegen meint, salopp ausgedrückt, auch den Spracherwerb nebenbei. Wie so oft kann hierbei auf reichhaltige Forschung in Bezug auf den kindlichen Spracherwerb zurückgegriffen werden. Wenn man Kinder beobachtet, die neben ihrer Muttersprache im Sprachbad Deutsch aufwachsen, so erlernen sie die Zweitsprache nicht durch Unterricht, sondern durch „natürliche“ Kommunikation.

Die Abgrenzung zwischen DaF und DaZ fällt allerdings nicht immer leicht, denn spätestens im Schulalter erfolgt der Spracherwerb durch eine Kombination von gesteuertem Lernen in der Schule und ungesteuertem in der Freizeit.

Auch Erwachsene, die in Deutschland Deutsch lernen, sind dem ungesteuerten Spracherwerb, praktisch dem Lernen „auf der Straße“ ausgesetzt. Sei es beim Einkaufen, bei der Orientierung in der Stadt, auf Ämtern, beim Arzt oder in Kita und Schule. Das heißt, es besteht die Chance, Deutsch als Verständigungsmittel im direkten sprachlichen Umfeld zu erwerben. Wobei für Erwachsene im ungesteuerten Spracherwerb viel Hürden liegen. Die Sprache wird vor dem Muster der eigenen Herkunftssprache erlernt. Besonders deutlich wird das bei der Aussprache, aber auch Strukturen werden im ungesteuerten Spracherwerb übertragen und sind dann fehlerhaft. Fließend-falsch-Sprechende Lernende im Unterricht sind beispielsweise eine Folge des ungesteuerten Spracherwerbs.

Die große Chance für den Sprachunterricht im Zielland liegt aber genau dort, wo auch die größten Schwierigkeiten sind.

Erwachsene Lernende in Integrationskursen haben schließlich viele Berührungspunkte mit der deutschen Sprache. Die Bewusstmachung, das Lebensumfeld zum Lernen zu nutzen, sowie authentisches Material in den Unterrichtraum zu holen, sind also die großen Vorteile beim Spracherwerb im Zielland und können methodisch geschickt in die Unterrichtsplanung eingebettet werden.