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Tipps für den Unterricht

DaF/DaZ-Wissensportals "Einfach machen"

von Anke Kuhnecke

Tipps für den Unterricht

Digitale Medien motivieren Lernende

Der Einsatz digitaler Medien und Materialien im Unterricht hat nachweislich positive Effekte. Digitale Tools steigern vor allem die Motivation der Lernenden. Dies wurde in unterschiedlichen Studien nachgewiesen (Hillmayr et.al.2017). So wurden in verschiedenen Schulen Klassen, die mit „traditionellen“ Methoden und Materialien unterrichtet wurden, mit Klassen, die digitale Unterrichtsmedien nutzten, verglichen. Heraus kam, dass der gezielte Einsatz digitaler Tools die Motivation der Lernenden steigert. Diese Steigerung der Motivation liegt oftmals an der Mediennutzung an sich und nicht unbedingt am Lernstoff.

Als ein positiver Aspekt bei der Nutzung digitaler Medien im Lernprozess, wird die Ausdehnung der Lernzeit benannt. Denn digitale Tools motivieren Lernende auch über den Unterricht hinaus mit ihnen zu arbeiten. Ein überaus nützlicher Effekt, denn Übung macht den Meister und das ist eine uralte Erkenntnis. Die Frage ist also schon lange nicht mehr, ob der Unterricht digital durchgeführt werden sollte oder nicht. Vielmehr geht es darum, wie digitaler Unterricht aussehen sollte.

Eine wichtige Richtung dabei ist, Medien nicht nur innerhalb des Unterrichts, sondern auch darüber hinaus zur Verfügung zu stellen. Bestenfalls für die Interaktion der Lernenden untereinander. Von Learning Apps über die Kommunikation in Gruppenchats bis hin zu kollaborativen Aufgaben geht da Einiges.

Damit einhergehend sind ebenfalls neue Formate der Hilfestellung und Anleitung zu etablieren. Hier ist es nicht damit getan, zu klären, wie Aufgabenstellungen formuliert sein müssen, damit beispielsweise Lernende im Online-Unterricht in Break out Rooms in Interaktion treten können. Hier geht es auch darum, zu bedenken, wo und wie innerhalb des Mediums Hilfe zur Lösung der Aufgaben angeboten werden. Ein großer Vorteil des digitalen Unterrichts liegt in der schnellen Zugänglichkeit zu Informationen, Filmen oder Hörbeispielen, die im gesamten Prozess sehr einfach zur Verfügung gestellt werden können.

Guter digitaler Unterricht, sei es in präsenz oder online, ist wie jeder andere gute Unterricht, vorbereitet und geplant. Wobei die Vorbereitung eben auch die Seite der Lernenden betrifft. Denn erst, wenn Lernende mit den medialen Angeboten vertraut sind und sie handhaben können, kann das „eigentliche“ Sprachenlernen beginnen. Das heißt, auch der Einsatz digitaler Geräte oder Materialien im Deutschunterricht mit Erwachsenen muss gut vorbereitet erfolgen, auf die jeweilige Gruppe angepasst sein und von Lernzielen gelenkt werden.