Tipps für den Unterricht
Sprechfaule Lernende adé – So gelingt die Kommunikation im Unterricht
Kommunikation ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Nur im Deutschunterricht mit Erwachsenen gelingt es gelegentlich nicht, die Lernenden auch tatsächlich zum Sprechen zu bewegen. Es gibt ein paar Tricks und Kniffe, um kommunikative Situationen im Kursraum zu erzeugen und so auch „sprechfaule“ Lernende aus der Reserve zu locken. Aber wie funktioniert effektives Sprechtraining im Sprachunterricht?
Die goldene Regel lautet: Was man nicht hört, kann man nicht sprechen. Gezieltes Hören ist also eine Voraussetzung. Die eigenständige Produktion folgt der Rezeption. Das Klangbild einer Sprache, die Aussprache der Laute, Betonungsmuster und Prosodie sollten immer wieder bewusst gehört werden, da so die Klangbilder im Gehirn verankert werden können.
Übrigens ist das Nachsprechen ein oft unterschätztes Mittel auf dem Weg zur Sprechfertigkeit. Dabei sollte das Augenmerk auf die Wahrnehmung der eigenen Aussprache gelegt werden. Aber nicht jeder Lernende kann sich selbst gut hören, wenn er oder sie spricht. Hier helfen Smartphones mit ihren Diktierfunktionen. Womit wir schon zum rhythmischen Sprechen mit Bewegung kommen. Klatschen, Klopfen, Gehen – Das alles kann nicht nur beim Artikulations- und Silbentraining bewusst eingesetzt werden. Auch ganze Sätze und kurze Texte können durch rhythmische Bewegungen unterstützt werden.
Das gezielte Sprechtraining braucht Zeit, die im Unterricht meistens knapp ist. Daher empfehlen sich Methoden, die das gleichzeitige Sprechen mehrerer Personen ermöglichen. Dialogsituationen in Gruppenarbeit, Kugellager oder Aufgabenstellungen, bei denen Lernende untereinander Informationen austauschen, bieten sich an. Um das Mitteilungsbedürfnis auch im Unterricht wachzurütteln, empfehlen sich kommunikative Aufgabenstellungen. So ist es viel spannender, die Aufgabe zu erteilen: „Gehen Sie auf den Markt und kaufen Sie ein „Schnirtz“ , als „Spielen Sie ein Dialogsituation auf dem Markt“.
Was ist ein „Schnirtz“? Nun, das werden sich die Lernenden auch fragen. Als Kursleitende können sie nun abwarten: Denn hier beginnt Kommunikation. Schauen Sie einfach, was Ihre Kursteilnehmenden aus dieser Situation machen. Denn motivierende Sprechanlässe sind solche, die Fragen erzeugen oder dazu anregen, etwas weiterzuerzählen. Unvollständige Bilder, aber auch Geschichten, können dafür Auslöser sein. Auch Wettbewerbssituationen und erwachsenegerechte Spiele bringen Schwung in die Gruppe. Lassen Sie Ihren Lernenden also einfach mal die Schnäbel wachsen.