Skip to main content

Lernen lernen

DaF/DaZ-Wissensportals "Einfach machen"

von Anke Kuhnecke

Lernen lernen

Welche Rolle spielt die Intelligenz beim Deutschlernen?

Nicht selten hört man bei Kursleitende Sätzen wie „Das lernen meine Teilnehmenden nie.“, sagen. Welche Rolle die Intelligenz beim Spracherwerb tatsächlich spielt, wird überaus vielschichtig und intensiv diskutiert. Denn, wie auch die Motivation, ist Intelligenz nicht anhand einer eindimensionalen Definition erklärbar. Der Begriff setzt sich aus dem Lateinischen „inter-“, was „zwischen“ bedeutet, sowie „legere“, „lesen“ oder „wählen“ zusammen.

In der Psychologie beschreibt Intelligenz sämtliche kognitiven Fähigkeiten eines Menschen, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. In der Forschung existiert keine Einigkeit darüber, wie diese Fähigkeiten zu unterscheiden und zu gewichten sind. Bereits in der Antike unterschied man zwei Ebenen geistiger Fähigkeiten: Die Bildung auf der einen Seite und die Fähigkeit, neues Wissen aufzunehmen und es zu verarbeiten, auf der anderen.

Unterschiedlichste Konzepte, wie analytisches Denken, Kreativität, schnelle und effiziente Problemlösung oder beispielsweise die Fähigkeit sich in andere hineinversetzen zu können, werden unter dem Begriff Intelligenz subsumiert.

Auch verbindet man mit dem Begriff Intelligenz Fähigkeiten wie die Konzentrationsfähigkeit, das logische Schlussfolgern, die Geschwindigkeit, mit der Informationen verarbeiten werden und die Merkfähigkeit, ebenso wie die Art und Weise, wie ein Mensch diese ihm gegebenen Fähigkeiten anwendet. Was er also aus seinen Fähigkeiten macht.

Für den Sprachunterricht kann man unbestritten feststellen, dass mit einer gut ausgeprägten Konzentrationsfähigkeit, mit einer hohen Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und/oder einer sehr guten Merkfähigkeit auch der Lernprozess besser und schneller vonstattengeht. Aber, und das ist wichtig, nicht ausschließlich.

Für Lernerfahrungen im Fremdsprachenerwerb spielen ebenso Glaubenssätze („Deutsch ist schwer, das lerne ich nie.“), Emotionen („Ich will gar nicht hier sein, warum soll ich die Sprache lernen?“) und die Motivation eine unbestechlich wichtige Funktion. Das heißt, der gesamte Komplex Deutschlernen lässt sich in keiner Weise auf die verkürzte Formel „Intelligente Menschen lernen besser Deutsch“, reduzieren.

Neurologen und Sprachwissenschaftler sind sich hier ebenso einig: Intelligenz spielt beim Spracherwerb nicht die Hauptrolle. Jeder kann Fremdsprachen lernen, wenn er nur wirklich will." (Stichwort Motivation), wobei man einräumen muss, das gewisse natürliche Veranlagungen, wie beispielsweise, ein gutes Hörvermögen, wesentliche Erfolgsfaktoren sind