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Lernen lernen

DaF/DaZ-Wissensportals "Einfach machen"

von Anke Kuhnecke

Lernen lernen

Deutschlernen mit Musik – Geht das?

Ob Musikhören beim Deutschlernen hilft oder nicht – Dazu gehen die Meinungen weit auseinander. Für die einen ist Musikhören beim Lernen ein Graus. Sie sind abgelenkt und die Aufmerksamkeit geht im Klangwirrwarr verloren. Anderen wiederum hilft die Musik, sich besser zu konzentrieren und sogar effektiver zu lernen.

Grundsätzlich fühlen wir uns beim Musikhören wohl. Und das hauptsächlich bei Musik, die wir gerne hören. Da Wohlfühlen ein sehr wichtiger Motivator für persönliche Lernprozesse ist, ist also auch die Idee, mit Musik zu lernen, nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen.

Durch Musikhören werden fast alle Hirnregionen vernetzt. In wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass bestimmte Hirnregionen durch Musikhören stärker durchblutet werden. Mehrere Untersuchungen konnten auch zeigen, dass das Gehirn effektiver lernt, wenn es mit angenehmen Klängen stimuliert wird. Angenehm ist das Schlüsselwort hierbei, denn das Spektrum an angenehmer Musik ist so weit gefächert, wie der Musikgeschmack der Menschen.

Dennoch konnte ebenfalls eine bestimmte Präferenz für zum Lernen geeignete Musik nachgewiesen werden. Das ist Musik mit 56 bis 64 Schlägen pro Minute, was ungefähr dem Herzschlag eines Menschen entspricht. Es sind also eher langsame und ruhige Stücke, die einen lernsteigernden Effekt haben. Man spricht auch vom „Mozart-Effekt“, da besonders klassische Stücke diese Eigenschaft aufweisen. Klassische Musik zu hören, soll beispielsweise das räumliche Vorstellungsvermögen erhöhen.

Neuere Studien haben auch gezeigt, dass es nicht unbedingt Klassik sein muss, sondern, dass auch die Lieblingsmusik funktioniert. So kann der Mozart-Effekt durchaus auch mit Rockmusik erzeugt werden, ebenso mit elektronischen Klängen, ruhigem, textarmem Gesang oder auch mit Naturklängen und Umgebungsgeräusche, wie Regen, Wassertropfen, Wellen und sogar mit Tiergeräuschen. Wer das ausprobieren möchte, findet dazu verschiedene Playlists im Internet.

Da Musik direkt auf unsere Emotionen wirkt, ist bei der Auswahl allerdings darauf zu achten, dass keine emotional zu stark berührenden Stücke ausgewählt werden - positiv wie negativ berührend. Radiohören ist ebenfalls nicht zum Lernen geeignet, da die Unterbrechungen durch Werbung oder Ansagen stören. So ist auch abzuraten, beim Sprachenlernen Texte zu hören, da es zu Interferenzen kommen kann und die Ablenkung zu groß ist. Vereinfacht gesagt, stehen dann die Hirnregionen, die zum Lernen verantwortlich sind und die, die für das (Zu)Hören zuständig sind, in zu großem Widerspruch zueinander, bei dem übrigens meistens das Hören gewinnt.