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Februar 2019

In der Notaufnahme

Ein Patient muss nach einer kurzen Anamnese notoperiert werden.

In der Notaufnahme eines großen Berliner Krankenhauses ist am Wochenende einiges los. Neben einigen tatsächlich akut behandlungsbedürftigen Fällen finden sich auch Patienten mit leichten Beschwerden wie Grippe oder Allergien ein. Das stellt das Krankenhauspersonal vor die große Herausforderung, durch schnelles Assessment zu entscheiden, welche Patienten an den Hausarzt verwiesen werden können und wer sofort behandelt werden muss. Ein Patient stellt sich mit starken Unterbauchschmerzen vor.

Herr Vollert: Na endlich, ich warte hier schon eine halbe Ewigkeit. Lange halte ich das nicht mehr aus.

Schwester Klara: Entschuldigen Sie, aber Sie sehen ja, was hier los ist. Haben Sie Schmerzen?

Herr Vollert: Wäre ich sonst hier? Der Bauch tut mir weh.

Schwester Klara: Zuerst die Formalitäten. Haben Sie Ihre Versichertenkarte dabei?

Herr Vollert: Ja. Hier bitte.

Schwester Klara: Gut. Und jetzt füllen Sie mir bitte diesen Fragebogen aus und dann kommen Sie wieder her.

Herr Vollert: Das auch noch. Aber gut.

Herr Vollert hat seinen Aufnahmebogen ausgefüllt und geht wieder an die Rezeption.

Schwester Klara: Fertig?

Herr Vollert: Ja. Komm ich denn jetzt endlich dran?

Schwester Klara: Wir rufen Sie gleich auf, haben Sie bitte noch einen Moment Geduld.

Dr. Ciccone: Herr Vollert?

Herr Vollert: Ja. Wurde ja auch Zeit.

Dr. Ciccone: So, was können wir für Sie tun?

Herr Vollert: Ich hab schlimme Bauchschmerzen. Solche Schmerzen hatte ich noch nie.

Dr. Ciccone: Wo genau sind die Schmerzen?

Herr Vollert: Unten im Bauch, rechts.

Dr. Ciccone: Ok. Legen Sie sich mal hin, ich schau mir das gleich an.

Herr Vollert: Au!

Dr. Ciccone: Schmerzt das, wenn ich hier drücke?

Herr Vollert: Unerträglich. Sticht wie ein Messer.

Dr. Ciccone: Und Ihre Bauchdecke ist auch ganz angespannt.

Herr Vollert: Hart wie ein Brett.

Dr. Ciccone: Ist Ihnen auch schlecht?

Herr Vollert: Ja, schon seit gestern. Vorhin habe ich mich sogar übergeben.

Dr. Ciccone: Wie oft haben Sie sich übergeben müssen?

Herr Vollert: Nur das eine Mal.

Dr. Ciccone: Schwester Alheli, kommen Sie bitte kurz, ich brauche die Temperatur, einmal axillar und einmal rektal.

Schwester Alheli: Alles klar.

Herr Vollert: Ich hab doch kein Fieber!

Schwester Alheli: Doch. Unter der Achsel haben wir 38,1 und rektal 39,4.

Dr. Ciccone: Danke Schwester. Wir sehen uns schnell den Bauch im Ultraschall an. Es wird kalt...mhm...so wie ich gedacht habe. Der Blinddarm ist entzündet und der Wurmfortsatz ist durchgebrochen. Schwester Alheli, OP, rufen Sie die Anästhesie, das muss hier jetzt schnell gehen.

Herr Vollert: Moment mal. Soll ich jetzt unters Messer?

Dr. Ciccone:  Ja. Ich werde Sie gleich operieren. Sie haben einen Blinddarmdurchbruch und das muss sofort versorgt werden.

Herr Vollert: Kann ich erst noch meine Frau informieren?

Dr. Ciccone: Wir kümmern uns darum, machen Sie sich keine Sorgen. Wenn Sie aus der Narkose aufwachen, ist sie schon da.

Herr Vollert: Ist das jetzt gefährlich?

Dr. Ciccone: Jede Operation bringt ein gewisses Risiko mit sich, aber viel gefährlicher für Sie wäre es, wenn wir das hinauszögern. Bei einem Blinddarmdurchbruch gelangen Bakterien zusammen mit dem Darminhalt in die Bauchhöhle, die sich dann entzündet. Dadurch wird eine Bauchfellentzündung, eine Peritonitis, ausgelöst. Das kann lebensbedrohlich sein, wenn das nicht behandelt wird.

Herr Vollert: Na dann kann ich ja von Glück sagen, dass ich hergekommen bin.

Unsere Blogautoren: Jana Kirchberger und Markus Ammon

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