August 2010 |
Der vielleicht wichtigste Rat an junge Leute: „Lernt Fremdsprachen – mindestens Englisch!“
Erfolgreiches Projekt in Sachsen zwischen Volkshochschule und Schulen
Die beste Unterstützung, die Eltern ihren Kindern für einen späteren Erfolg im Beruf geben können, ist Ermutigung zur Mehrsprachigkeit. Bildungspolitiker sind sich einig, dass junge Leute bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz erheblich bessere Chancen als andere haben, wenn sie ihren Bewerbungsunterlagen einen Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse beilegen.
Deshalb hat die Volkshochschule Muldental, im vergangenen Jahr für ihre beispielhafte Kooperation mit Schulen mit dem Sächsischen Innovationspreis ausgezeichnet, gemeinsam mit den Sprachwissenschaftlern der in Frankfurt beheimateten gemeinnützigen telc GmbH ein bundesweit beachtetes Projekt realisiert. Sie bietet Schülerinnen und Schülern englischen Zusatzunterricht nach dem sogenannten kommunikativen Ansatz an, wobei es weniger um Grammatik, sondern mehr um alltagsgerechte, effektive Kommunikation geht, die auch Spaß macht. Der Fokus liegt auf authentischen, lebensnahen Situationen.
Ziel des Zusatzunterrichts ist es, dass die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Schulzeugnis eine standardisierte telc Sprachprüfung mit Erfolg bestehen und darüber ein international anerkanntes Sprachenzertifikat erhalten. Thomas Friedrich, Betriebsleiter der VHS Muldental, ist sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen: „In diesem Jahr haben wieder 62 Schülerinnen und Schüler ein telc Sprachenzertifikat auf dem europäischen Niveau B1 erhalten. Das macht nicht nur sie, sondern auch uns von der Volkshochschule stolz.“
Diese positiven Erfahrungen der VHS Muldental finden angesichts einer jüngst vorgestellten Studie des „Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität bei den Fachleuten besonderes Interesse. Sie hatte nämlich festgestellt, dass viele Schülerinnen und Schüler, die den mittleren Schulabschluss anstreben, die nach dem „Pisa-Schock“ eingeführten Mindeststandards für den Englisch-Unterricht häufig nicht erreichen, insbesondere in den neuen Bundesländern. Vor allem die Leistungen im Hörverstehen lägen dort deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, was häufig mit der Ausbildung der älteren Lehrer zu tun habe, die zu DDR-Zeiten nicht die Möglichkeit hatten, bei Auslandsreisen eine ausreichende Sprachpraxis zu erwerben.
Die Kooperation zwischen der Volkshochschule Muldental und telc – language tests ist kein Zufall. Die telc GmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Deutschen Volkshochschul-Verbandes und Muldentals Betriebsleiter Thomas Friedrich ist ihr Aufsichtsratsvorsitzender.
