„Die beste Mitgift für eine gute Zukunft sind gute Sprachkenntnisse. Deshalb: Sprachen lernen, ein Leben lang!“ Mit diesem Zitat des Bildungspolitikers Dr. Ernst-Dieter Rossmann setzt die telc GmbH ihre erfolgreiche Plakataktion fort. Der Bundestagsabgeordnete ist das aktuelle Gesicht der telc Kommunikationskampagne und Botschafter für Mehrsprachigkeit und Integration. Seit 2007 ist Dr. Rossmann Vorsitzender des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV).
Mit seinem Engagement als telc Botschafter knüpft er an eine Liste erfolgreicher und bekannter Persönlichkeiten an: Nach der ehemaligen Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth, dem Sprachengenie Ioannis Ikonomou und dem Fußball-Nationalspieler Cacau unterstützte zuletzt Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth die Aktion.
Das Poster wird an Bildungseinrichtungen und Multiplikatoren in Politik und Gesellschaft verschickt. Natürlich können Sie es auch kostenlos bestellen.
Lesen Sie hierzu auch den aktuellen Beitrag von Prof. Dr. h.c. Ernst-Andreas Ziegler, erschienen im dis.kurs Magazin, Ausgabe 4/2010:
Für Mehrsprachigkeit, Integration und das Recht auf Grundbildung
Was den Bildungspolitiker und DVV-Vorsitzenden
Ernst Dieter Rossmann umtreibt
In Deutschland hat die organisierte Weiterbildung mit der Doppelspitze des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) zwei Gesichter. Das eine, nahezu jedermann vertraute Gesicht ist das der langjährigen DVV-Präsidentin und ehemaligen CDU Bundestagsabgeordneten, Bundesministerin und Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth. Das andere ist seit Juni 2007 das des DVV-Vorsitzenden und SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann. In Schleswig-Holstein, seinem Heimatland, ist er als SPD-Politiker bekannt und im Kreis Pinneberg und seiner Heimatstadt Elmshorn, populär. Jetzt kämpft er von Flensburg bis Passau leidenschaftlich für die Sache der Volkshochschulen und bleibt zugleich ein über Parteigrenzen hinweg geachteter Bildungspolitiker, ohne dabei klare Prioritäten und Ziele aufzugeben. Rossmann ist ein Überzeugungstäter für die Weiterbildung. Auch deshalb unterstützt er nun als „Botschafter für Mehrsprachigkeit und Integration“ die bundesweit beachtete Poster-Serie der gemeinnützigen telc GmbH mit seinem Portrait.
Wer ihn näher kennt, beschreibt ihn als das genaue Gegenteil eines politischen Phrasendreschers. Rossmann ist ein ruhiger, besonnener Intellektueller, der gut zuhören kann, nahezu druckreif formuliert und wichtige Entscheidungen zunächst sehr grundsätzlich überdenkt, um sie anschließend konsequent auch gegen härteste Widerstände durchzusetzen. Dazu wirbt er im Parlament parteiübergreifend um Mehrheiten – und in der Öffentlichkeit um breite Unterstützung.
Gegen die Gefahr, im Berliner Politikbetrieb abzuheben, immunisiert ihn engagierte Wahlkreisarbeit. Er spricht mit möglichst vielen Menschen (ausdrücklich auch Andersdenkenden), und er geht regelmäßig zu Praktika in Unternehmen, zum Beispiel in einen Aluminium verarbeiten-den Betrieb, wo diejenigen, die am härtesten unter lautem Lärm und bei hohen Temperaturen malochen und am schlechtesten entlohnt werden, ihr Mineralwasser selbst bezahlen müssen. Was ihn aufregt.
Anwalt der Weiterbildung
Der DVV-Vorsitzende ist allerdings nicht nur der Sachwalter der wirtschaftlich Schwächeren, sondern aller Menschen, die sich weiterbilden wollen – unabhängig von Alter, wirtschaftlicher Stellung oder beruflicher Qualifikation. Angesichts weltweiter gesellschaftlicher Veränderungen und der damit verbundenen Konsequenzen für die Bildungspolitik empfindet er den Bildungsauftrag der deutschen Volkshochschulen ebenso aktuell wie vor mehr als hundert Jahren, das Menschenrecht auf Bildung durchzusetzen. Denn wie damals, so ist auch jetzt mangelnde Bildung gleichzusetzen mit ungleichen Chancen insgesamt.
Den größten Erfolg der deutschen Volkshochschulen von ihren frühen Anfängen bis heute sieht Rossmann darin, dass sie seit Generationen „Weiterbildung für alle“ bieten und in der Grundbildung ohne Hürden zweite, dritte und weitere Chancen ermöglichen. Typisch norddeutsch formuliert er: „So wie Hamburg sich als Tor zur Welt versteht, verstehen sich die Volkshochschulen als Tor zur Bildung – und in Sachen Integration als Tor zu Deutschland. Keine Weiterbildungsorganisation hat ein so dichtes Netz an Einrichtungen.“
Zur anhaltenden Diskussion um die angeblich mangelnde Bildungsbereitschaft von Zuwanderern nennt er zwar keine Namen, spricht aber trotzdem Tacheles: „Wir dürfen uns die neue Frechheit von dumpfbackigen Intellektuellen, die Menschen in Bildbare und nicht Bildbare aufteilen, nicht gefallen lassen. Wer von Erbdummheit spricht, grenzt auf den ersten Blick zunächst vermeintlich wenige Menschen aus, doch auf den zweiten wird deutlich, wohin dies führen kann, nämlich erst zur Klassifizierung aller Menschen und dann zu ihrer Bewertung und Abwertung nach Nützlichkeit und Verwertbarkeit im schlimmsten Sinne des Wortes. Wir Volkshochschulen als Häuser interkulturellen Lernens und niedrigschwelliger Grundbildung setzen dagegen unsere völlig anderen Erfahrungen von Bildungsfreude und Bildbarkeit, von Bildungsoptimismus und der Anerkennung für die Leistungen und die Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen.“
Integration auch für Deutsche
„Botschafter für Mehrsprachigkeit und Integration“ ist Ernst Dieter Rossmann aus Überzeugung. „Wir dürfen niemanden zurückstoßen, der voller Hoffnung nach Deutschland gekommen ist.“ Er plädiert nachdrücklich dafür, dass Zuwanderer die deutsche Sprache lernen. Gleichzeitig sieht er aber auch einen erheblichen Integrationsbedarf in der Bevölkerung deutscher Herkunft. „Einseitigkeit kann es hier nicht geben. Integration meint ausdrücklich auch die Verpflichtung, Deutsche mit Bildungsschwächen zur Teilnahme an Grundbildungs-, Alphabetisierungs- und Sprachkursen zu motivieren.“
So wirbt der erfahrene Abgeordnete ausdrücklich „für eine künftig viel breitere, gesamtgesellschaftlich unterstützte Grundbildungsarbeit, die stark macht für die Realität der Arbeitswelt“. In Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Alphabetisierungskursen sieht er die „stillen Helden der Bildungsgesellschaft, weil sie Bildungsangst ganz persönlich überwinden.“ Und er wünscht sich mehr öffentliche Vorbilder für erfolgreiche Alphabetisierung. „Das Bekenntnis kann anderen Mut machen für den Ausbruch aus der Heimlichkeit“.
Hochpolitische Visionen
Sprachbildung hat für Ernst Dieter Rossmann gleichzeitig eine hochpolitische visionäre Dimension. Statt über eine europäische Armee nachzudenken, fordert er europäische Schulen und Universitäten. Zwischen Hochschulen und Volkshochschulen sollte es „enge Kooperationen und regen Austausch auf Augenhöhe“ geben. Er will, „dass wir unseren Kindern als Mitgift mindestens die Zweisprachigkeit, wenn nicht die Dreisprachigkeit mitgeben“. Jeder „soll die Chance auf einen vierwöchigen Aufenthalt in einem fremdsprachigen Land bekommen“. Und „in jeder Schule und Volkshochschule muss es muttersprachliche Lehrkräfte für mehrere Sprachen geben“. „Sprachenlernen eröffnet faszinierende kulturelle Vielfalt, bedeutet auch Lebensart lernen. Das macht stark, selbstsicher und nimmt Ängste. Der Nachweis von erfolgreichen Sprachprüfungen verbessert ganz konkret Berufs-, Studien- und damit Lebenschancen. Erstzertifikate sind die Eingangsstufen auf der Bildungstreppe.“
An der Umsetzung seiner bildungspolitischen Ziele arbeitet Ernst Dieter Rossmann hartnäckig. Auf die Frage, was denn davon bildungspolitisch in zehn Jahren zu erreichen sei, antwortet er optimistisch: „Mit der breiten Grundbildungsbewegung in Europa sind wir dann viel, viel weiter – und sehen wie ein stetiger Bergwanderer schon den Gipfel mit dem Ziel: Chancengleichheit und gute Bildung für alle.“
